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Aktuell Nahost

Geschoss aus dem Libanon in Israel eingeschlagen

Im Nahen Osten sprechen derzeit nur die Waffen: Jetzt schlug auch mindestens eine Rakete aus dem Libanon in Israel ein. US-Präsident Obama bietet sich als Vermittler zwischen den verfeindeten Parteien an.

Im blutigen Schlagabtausch zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen hat US-Präsident Barack Obama Israel angeboten, bei Verhandlungen über eine Feuerpause im Konflikt mit den Palästinensern zu helfen. "Die USA sind bereit, eine Einstellung der Feindseligkeiten zu unterstützen", habe Obama dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefonat gesagt, teilte das Weiße Haus mit. Das umfasse auch eine Rückkehr zu dem Waffenstillstandsabkommen vom November 2012. Obama zeigte sich besorgt über eine weitere Eskalation der Gewalt und sagte, alle Seiten müssten die Leben von Zivilisten schützen und Ruhe einkehren lassen.

Beschuss aus dem Libanon

Erstmals seit Beginn des jüngsten Gaza-Konflikts ist auch aus dem Libanon mindestens eine Rakete auf Israel abgefeuert worden. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, ein Geschoss sei am Morgen in der Nähe der Grenzstadt Metullah gefunden worden. Es gab keine Berichte zu möglichen Opfern. Das israelische Radio meldete, es seien zwei Katjuscha-Raketen nördlich der Stadt Kirjat Schmona niedergegangen. Die israelischen Streitkräfte reagierten mit Artillerie-Beschuss.

In der israelischen Hafenstadt Aschdod wurde eine Tankstelle von einer aus dem Gaza-Streifen abgefeuerte Rakete getroffen. Bei der Explosion wurden mehrere Menschen verletzt, wie Israels staatlicher Rundfunk berichtete. Demnach befindet sich einer der Verletzten in einem lebensbedrohlichen Zustand. Nähere Angaben zur Zahl der Opfer machte der Sender nicht.

Zuvor hatte die israelische Luftwaffe die vierte Nacht in Folge Ziele im Gazastreifen bombardiert. Nach Palästinensischen Angaben wurden am Freitagmorgen mindestens drei weitere Palästinenser getötet. Augenzeugen aus Gaza-Stadt berichteten von 15 israelischen Luftangriffen.

Seit Dienstag hat die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben rund 900 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Die Zahl der getöteten Palästinenser stieg auf mindestens 100, wie ein Sprecher der Rettungsdienste im Gazastreifen mitteilte. Rund 700 Menschen wurden verletzt. Das israelische Militär teilte mit, dass Israel binnen drei Tagen von mindestens 384 Raketen getroffen worden sei, die militante Palästinenser im Gaza-Streifen abgefeuert hätten. Weitere 88 Geschosse seien von der Raketenabwehr abgefangen worden

Kommt die Bodenoffensive?

Auslöser der jüngsten Konfrontation ist die Ermordung dreier israelischer Jugendlicher im Westjordanland. Die Regierung in Jerusalem hält die Schuld der Hamas für erwiesen, die die Tat als Heldentat verherrlicht, sich aber nicht explizit dazu bekannt hat. Offenbar aus Rache wurde wenig später ein palästinensischer Jugendlicher getötet.

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Tania Krämer in Jerusalem

Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon ist nach einem Fernsehbericht für einen begrenzten Einsatz von Bodentruppen im Gazastreifen. Wie der Fernsehsender Channel 10 unter Berufung auf Quellen im Verteidigungsministerium berichtete, würde Israel sich auf Ziele konzentrieren, die nicht aus der Luft zerstört werden könnten, schrieb die Zeitung "Times of Israel" online. Konkret wurden die Tunnel genannt, die Hamas in der Nähe der israelischen Grenze gegraben hat.

Israels Armee hat bereits drei Infanteriebrigaden an die Grenze zu dem Palästinensergebiet verlegt. Ein oder zwei weitere Brigaden sollten in den kommenden Tagen zur Verstärkung anrücken, sagte ein Militärsprecher. Insgesamt seien bereits 33.000 israelische Reservisten mobilisiert worden.

re/kis (dpa, rtr, afp)

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