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Kultur

Geschichtsforum: 1989 hat alles verändert

Was war? Was bleibt? Was kommt? - Das gigantische Festival Geschichtsforum09 in Berlin erkundet die Zeitenwende von 1989 und aktualisiert sie für die Gegenwart.

Eine Kinderfuß und ein Erwachsenenfuß, darauf die Schrift 'BRDDDRBRD'

Deutschland steht jetzt auf zwei Beinen - auch wenn die Füße unterschiedlich groß sind.

Die Deutsche Bahn lockt mit einem Sonderangebot: Die Anreise nach Berlin ist aus dem gesamten Bundesgebiet für 99 Euro möglich. Vor Ort halten Partnerhotels Zimmerkontingente für die Besucher bereit, außerdem bieten zahlreiche Kantinen, Restaurants und Mensen im Umkreis des Festivalgeländes Sonderöffnungszeiten und Sonderkonditionen an. In der deutschen Hauptstadt ist also mal wieder richtig was los. Vier Tage lang, vom 28. bis 31. Mai, soll sich das Zentrum der Stadt in einen offenen Campus verwandeln, auf dem die deutsche und europäische Geschichte seit 1989 verhandelt wird – in einer Mischung aus Kongress, Messe, Festival und temporärer Volksuniversität.

Das geht uns alle an!

Montagsdemonstration 1989 (Foto: Gerhard Gäbler)

Montagsdemonstration in Leipzig, 16.10.1989

Auf dem Programm stehen, so Thomas Krüger, der Präsident der mitveranstaltenden Bundeszentrale für politische Bildung, Diskussionsveranstaltungen, Theateraufführungen, Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Workshops, Filme und sogar Interventionen im Stadtraum. Denn in diesem öffentlichen Forum soll jeder Interessierte seinen ganz persönlichen Zugang zum Jahr 1989 finden können. Im Idealfall eben auch Antworten auf die Frage: Was bedeutet dieses Zeitenwende für unsere Gegenwart?

Marktplatz der Meinungen und Positionen

Runder Tisch in Polen (Foto: Erazm Ciołek)

Runder Tisch in Polen 1989

Grundanliegen dieses Forums ist zu zeigen, dass Zeitgeschichte ein öffentliches Thema ist, das die gesamte Gesellschaft angeht. Denn Geschichte, sagt Thomas Krüger, "ist eben nicht allein Sache der Wissenschaft und der Geschichtspolitiker, sondern sie existiert im kulturellen Gedächtnis der europäischen Gesellschaften". Deshalb haben sich für das Berliner Bürgerforum auch eine Reihe von Institutionen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben zusammengeschlossen: die Bundeszentrale für politische Bildung, die Kulturstiftung des Bundes und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, das Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam sowie "Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.". Mit der Humboldt Universität, dem Deutschen Historischen Museum und dem Maxim Gorki Theater hat man auch namhafte Gastgeber gefunden.

Europa zwischen Teilung und Aufbruch

Vier Tage lang soll das Geschichtsforum nun das Zusammentreffen und den Austausch unterschiedlicher Disziplinen ermöglichen. Wie setzen sich die Wissenschaften mit 1989, seiner Vorgeschichte und den Auswirkungen auseinander? Wie haben die Künste das Ende der deutschen und europäischen Teilung verarbeitet und wie die Gesellschaften? Der Besucher des Geschichtsforums darf unterschiedlichste Meinungen und Positionen erwarten. Denn insgesamt sind 118 Institutionen der Einladung der Veranstalter gefolgt und bringen sich mit mehr als 200 Veranstaltungen und Projekten in das Geschichtsforum ein. Umrahmt werden sie von sieben zentralen Podiumsdiskussionen, die den rote Faden des Geschichtsforums bilden. Gefragt wird etwa nach den Ursachen des Umbruchs von 1989, nach der Bedeutung des "neuen Osteuropas" für das "alte" Europa, nach Diktaturaufarbeitung oder den Folgen der wirtschaftlichen Transformation Osteuropas.

Autor: Silke Bartlick
Redaktion: Oliver Samson

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