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Politik

Geschafft!

Fünf Monate dauerte das Rennen um die Nominierung des Präsidentschaftskandidaten bei den Demokraten. Seit Dienstag steht der Sieger fest. Endlich, meint Christina Bergmann.

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Hillary Clinton wird die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. Davon war nicht nur sie selbst überzeugt, auch die politischen Beobachter gingen zum Jahreswechsel fest davon aus. Doch dann, am 3. Januar im eisig kalten Iowa, hatten zum ersten Mal die Wähler das Wort. Und beschlossen, ihre eigene Meinung zu haben. Der Sieger des Abends hieß Barack Obama, Clinton wurde nur dritte.

Es sollten noch viele Überraschungen folgen. Die nächste kam in New Hampshire, als Hillary Clinton zeigte, dass sie nicht ganz zu Unrecht als Favoritin ins Rennen gestartet war. Es wurde spannend. Der Super Tuesday nahte, jener Dienstag im Februar, an dem doch nun aber alles klar sein sollte.

Ungeduld in Deutschland

Mich hatte genau zu diesem Zeitpunkt die hiesige Grippewelle erwischt. Als ich aus dem Fieberwahn erwachte, war der Super-Tuesday vorbei – und noch immer nichts entschieden. Doch Clinton geriet mehr und mehr in die Defensive – und die Anfragen aus Deutschland häuften sich: Wann ist der Wahlkampf denn zu Ende? Welche Bedeutung haben die Wahlen in Texas und Ohio. Wird es dann einen endgültigen Sieger geben? "Vielleicht", lautete stets die Antwort. Denn die Kandidaten spielten Ping Pong. Das komplizierte Wahlsystem der Demokraten machte die Sache nicht leichter. Symptomatisch: Clinton gewann in Texas die "Primaries". Die "Caucuses" in Texas aber gewann Barack Obama.

Deutschland und die Welt wurde ungeduldig. Man wollte endlich einen Sieger. Doch die Amerikaner hatten es nicht so eilig. Sie gingen in Rekordzahl zu den Wahlurnen und verteilten ihre Stimmen mehr oder weniger gleichmäßig. Clinton gewann Pennsylvania, Obama North Carolina. In Indiana war der Sieg von Clinton so hauchdünn, dass jetzt endlich der Moment gekommen schien, den Sieger zu erklären. Wirklich?

"It’s over when it’s over"

Gerade von der Wahlkampfparty von Hillary Clinton ins Hotel in Indianapolis zurückgekehrt erreichten mich die Anfragen aus den Redaktionen: Jetzt ist aber wirklich alles klar, oder? Auch die US-Fernsehsender hatten sich auf diese Lesart geeinigt. Aber Moment – hatten mir nicht alle Clinton-Fans gerade versichert, die Senatorin aus New York solle unbedingt weiter machen? Und Clinton selbst war auch nicht aufgetreten wie jemand, der bereit ist, die Sachen zu packen.

Also konnte die Antwort nur lauten: Solange nicht einer der Kandidaten die notwendige Stimmenzahl hat oder der andere zurücktritt, geht das Rennen weiter.

An diesem Dienstag, noch einmal fünf Wochen später, war es dann soweit. Barack Obama hatte die notwendige Delegiertenzahl zusammen und konnte sich zum Sieger erklären. Damit kann die Frage, ob das Rennen um die Kandidatur bei den Demokraten beendet ist, endlich eindeutig mit "JA" beantwortet werden.

Der Präsidentschaftswahlkampf zwischen Barack Obama und John McCain, der jetzt richtig beginnen kann, hat zum Glück ein vorher festgelegtes Finale: Die Wahlen am 4. November. Das heißt aber nicht, dass an diesem Abend auch der Name des Präsidenten feststeht. Die Amerikaner haben ja Übung darin, solche Entscheidungen spannend zu machen.