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Politik

Geschäftserfolg im Krisengebiet

Einer der Marktführer in der privaten Militärbranche ist das US-amerikanische Unternehmen Kellogg, Brown & Root (KBR). Die Tochterfirma des Halliburtonkonzerns geriet in letzter Zeit wiederholt in die Schlagzeilen.

Ein Angestellter von Kellogg, Brown and Root (KBR), bemalt einen Truthahn als Dekoration für die Weihnachtsfeierlichkeiten des U.S. Militärs Quelle:AP

Ein KBR-Angestellter im Irak während seiner Freizeit

Der Militärdienstleister Kellogg, Brown & Root (KBR) erhielt in den letzten Jahren unter anderem Aufträge aus dem Pentagon und von der englischen Regierung. KBR wurde 1994 als Tochtergesellschaft des Halliburton-Konzerns gegründet, der allein im Rechnungsjahr 2003 Einnahmen von 3,9 Milliarden Dollar für Dienstleistungen in Afghanistan und im Irak verzeichnete. Der gegenwärtige US-Vizepräsident Dick Cheney war von 1195 bis 2000 Vorstandsvorsitzender von Halliburton.

Kellog, Brown & Root führte unter anderem Aufträge wie die Versorgung der Luftwaffenstützpunkte im jugoslawischen Bürgerkrieg durch und beteiligte sich an der Friedenssicherung im Kosovo. Anfangs war KBR eine auf Logistik spezialisierte Firma, die dann ausgeweitet wurde und ein breiteres Dienstleistungsspektrum anbot. Die gesamte Logistik während des Kosovo-Krieges wurde von der US-Regierung an das Unternehmen übertragen.

Unterstützung humanitärer Organisationen KBR-Angestellte belieferten die am Balkan stationierten amerikanischen Soldaten mit Mahlzeiten, Wasser und Benzin. Sie entsorgten Müll, übernahmen Transporte, Wartungen von Gebäuden, Bauarbeiten bis hin zum kompletten Bau von Militärcamps. Auch für Waffen- und Munitionslieferungen war das Unternehmen zuständig. Die Friedenssicherung von Seiten der amerikanischen Regierung im Kosovo, wozu auch die Unterstützung humanitärer Organisationen gehörte, hing zu einem großen Teil von der privaten Militärfirma ab.
Das Unternehmen geriet dabei immer wieder in die Schlagzeilen, unter anderem, als während des Irakkrieges Unregelmäßigkeiten bekannt wurden: Rechnungsprüfer der US-Armee hatten herausgefunden, dass KBR überhöhte Rechnungen an das Pentagon gestellt und Gelder für nicht erbrachte Leistungen kassiert hatte. Eine spätere Untersuchung des demokratischen Abgeordneten Henry A. Waxman, in der es um die millionenschweren Verflechtungen von KBR, Pentagon und US-Regierung ging, sorgte für eine weltweite Berichterstattung in den Medien. Ivana Buljan, Studiengang Online-Journalismus, Hochschule Darmstadt

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