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Deutschlehrer-Info

Gesamtschule erhält Deutschen Schulpreis

Gesamtschulen nehmen Schüler mit sehr unterschiedlichem Leistungsniveau auf. Dass auch so erfolgreiches Lernen möglich ist, beweist eine Schule in Wuppertal, die jetzt mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde.

In Deutschland ist die Überzeugung weit verbreitet, dass Schüler vor allem dann gut lernen, wenn sie mit möglichst gleich guten Schülern zusammen sind. Deswegen besuchen die meisten Schüler nach der vierten Klasse abhängig von ihren schulischen Leistungen entweder ein Gymnasium, eine Realschule oder eine Hauptschule. Ihre weitere Bildungslaufbahn ist damit oft vorgezeichnet.

Dass es aber auch anders geht, zeigen zahlreiche Gesamtschulen in ganz Deutschland, die Schüler mit sehr unterschiedlichem Leistungsniveau, oft auch mit Behinderungen, aufnehmen. Eine von ihnen, die Gesamtschule Wuppertal-Barmen, wurde jetzt in Berlin mit dem Deutschen Schulpreis der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung ausgezeichnet. Sie darf sich über 100.000 Euro Preisgeld freuen – überreicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Jury bewertete sechs „Kennzeichen für gute Schulqualität“: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. „Ich habe selten eine Schule erlebt, an der Schüler, Lehrer und Eltern so respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen“, begründete Jury-Sprecher Michael Schratz, Erziehungswissenschaftler an der Universität Innsbruck, die Entscheidung. Dabei haben viele Schüler keine optimalen Startbedingungen für eine erfolgreiche Schullaufbahn in Deutschland: Mehr als die Hälfte der über 1.350 Schülerinnen und Schüler wachsen mit nur einem Elternteil auf, ein Drittel hat ausländische Wurzeln.

Und nicht nur das Schulklima sei „herausragend“, auch die Leistungen der Schüler würden sich deutlich besser entwickeln als nach Ende der vierjährigen Grundschulzeit prognostiziert. Denn obwohl nur 17 Prozent der Barmener Schüler nach der Grundschule eine Empfehlung für die höchste Schulform, das Gymnasium, erhalten, besuchen 60 Prozent der Jugendlichen später die gymnasiale Oberstufe der Schule. Der größte Teil von ihnen schließt die Schulzeit dann auch mit dem Abitur ab. Nach Angaben der Gesamtschule Barmen hat seit Jahren kein Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen.

Michael Schratz hebt in diesem Zusammenhang besonders die Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer hervor: Die Lehrer fordern die Kinder und Jugendlichen heraus, sie führen sie gezielt an ihre Leistungsgrenzen – und darüber hinaus.“ Die Methodenvielfalt beim individuellen Lernen sei groß: Wochenplan- und Portfolioarbeit, Präsentationen, Partner- und Gruppenarbeit. Nicht zuletzt wegen dieses Engagements würden die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Barmen bei landesweiten Vergleichen oft überdurchschnittlich abschneiden.


ip/bs (dpa)

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