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Afrika-Cup

Gernot Rohr: "Kamerun hätte den Sieg im Afrika Cup verdient"

Kamerun wäre ein würdiger Afrika-Cup-Gewinner, sagt Gernot Rohr, der Nationalcoach Nigerias, im DW-Interview. Der in Deutschland geborene Trainer mit französischem Pass hofft auf eine große Zukunft seiner Mannschaft.

Nigerias Trainer Gernot Rohr Rohr kennt sich in Afrika aus, in vielen Ländern des Kontinents hat er bereits gearbeitet. Wen wünscht er sich am Sonntag als Sieger des Afrika-Cup-Endspiels? Kamerun hätte es eher verdient, findet Rohr, nachdem einige der Topspieler im Vorfeld ihre Teilnahme abgesagt hätten und die Mannschaft trotzdem besser als erwartet gespielt habe. Ägypten sei nach seinem Geschmack zu defensiv aufgetreten. "Das ist ein sehr interessantes Finale. Es ist schwer zu sagen, wer gewinnen wird", sagt der 63-Jährige im DW-Interview am Strand von Gabuns Hauptstadt Libreville. "Das eine Team besticht durch mannschaftliche Geschlossenheit, das andere durch seine starke Abwehr. Im Interesse des Fußballs wäre es besser, wenn die Mannschaft gewinnt, die angreift."

Kamerun hat den Afrika-Cup bisher viermal gewonnen. Ägypten, angeführt von seinem 44 Jahre alten Kapitän, Torwart Essam El Hadary, ist mit sieben Titeln Rekord-Afrikameister. "Wir sind hier in Zentralafrika, nicht weit weg von Kamerun. Ich denke also, dass sie viele Fans auf ihrer Seite haben werden", erwartet Rohr. "Ägypten hat einen sehr guten Trainer und eine gute Taktik, bisher aber wenig Spektakel geboten. Aber sie stehen im Finale. Und da ist bekanntlich alles möglich."

Rohr mit seinem nigerianischen Co-Trainer Salisu Yusuf. Foto: Getty Images

Rohr mit seinem nigerianischen Co-Trainer Salisu Yusuf

Auf Kurs WM 2018

Nigeria hatte sich nicht für das Turnier in Gabun qualifizieren können. Rohr, der zuvor bereits Nationaltrainer in Gabun, Niger und Burkina Faso war, trainiert die "Super Eagles" seit August 2016. Seither gewannen sie zwei Qualifikationsspiele für die WM 2018 und führen ihre Gruppe an. Rohr setzt große Stücke auf seine Mannschaft, vor allem auf Kapitän John Obi Mikel: "Es ist eine interessante Herausforderung, ein neues, junges Team aufzubauen, mit Spielern, die wirklich den Geist ihrer Heimat verkörpern, die spielen, kämpfen und alles geben wollen. Die nicht nur über Geld sprechen, sondern in erster Linie für ihr Land auflaufen wollen. Der Teamgeist ist sehr gut. Aber wir wissen natürlich, dass die wichtigen Zeiten noch kommen."

Immer noch ein Auge auf die Bundesliga

Obwohl er lange in Frankreich lebte und arbeitete, hat der frühere Spieler des FC Bayern München seine deutschen Wurzeln nicht vergessen. "Ich schaue mir alle Spiele an", sagt Rohr. "Die Bundesliga ist einer der interessantesten Meisterschaften der Welt, mit den meisten Toren und den meisten Zuschauern. Selbst ein Team am Tabellenende hat noch ein tolles Stadion." Das Gerede über den vermeintlichen "Plastikklub" RB Leipzig könne er nicht nachvollziehen. "RB Leipzig ist für mich keine Überraschung. Ich weiß, wie sie dort arbeiten, genauso wie in Salzburg [Red Bull Salzburg, Anm. der Redaktion], New York [New York Red Bulls] und in anderen Sportarten: Sie wollen überall an die Nummer eins sein", sagt Rohr. "Jetzt sind sie Zweiter in Deutschland, und sie spielen gut. Sie stehen nur knapp hinter den Bayern. Wir haben ein richtig großes Duell zwischen den beiden Teams, das bis zum Ende der Saison spannend bleiben wird."

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