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Germanwings: Was seit dem Absturz geschah

Heute trauern die Angehörigen der Opfer von Flug 4U9525 im Kölner Dom. Fast vier Wochen nach dem Absturz sind weiter viele Fragen offen. Unsere Chronologie der Ereignisse erinnert an Fakten und Folgen.

Der Absturz

Am 24. März stürzt Germanwings-Flug 9525 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen ab. Acht Minuten lang dauert der Sinkflug des Airbus A320, dann zerschellt die Maschine in den Bergen östlich der Gemeinde Le Vernet. Alle 150 Menschen an Bord sterben, die Absturzursache ist zunächst unklar.

Der Verdacht

Einen Tag später, am 25. März, nimmt die Staatsanwaltschaft in Marseille ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung auf. Am 26. März äußert Staatsanwalt Brice Robin einen schrecklichen Verdacht: die Auswertung des Stimmrekorders des Airbus habe ergeben, dass Co-Pilot Andreas L. die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht hat. Er habe den Flugkapitän zuvor aus dem Cockpit ausgesperrt. Fast vier Wochen später ist immer noch nicht klar, aus welchem Motiv Andreas L. gehandelt haben könnte. Ein Zwischenbericht zum genauen Flugverlauf steht bislang noch aus.

Germanwings-Trauer in Haltern am See (Photo: Marcel Kusch/dpa)

In Haltern am See trauern die Menschen um die Opfer des Absturzes.

Die Trauer

Die Opfer des Germanwings-Absturzes kamen aus 21 verschiedenen Ländern, die Mehrheit aus Deutschland. Vom 25.-27. März wehen die Flaggen an allen Bundesbehörden in Deutschland auf Halbmast. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der spanische Premier Mariano Rajoy hatten schon am Tag nach dem Absturz das Einsatzzentrum der Suchtrupps in Seyne-les-Alpes besucht. Viele Angehörige reisten über Marseille in die französischen Alpen. Germanwings richtete in der Hafenstadt Marseille ein Betreuungszentrum für Familien ein. In Vernet in der Nähe der Absturzstelle wird eine provisorische Gedenkstelle errichtet. Auch 16 Schüler und 2 Lehrerinnen aus Haltern am See in Nordrhein-Westfalen kamen bei dem Unglück ums Leben. Am 27. März fand für sie in Haltern ein Gedenkgottesdienst statt, an dem auch Bundespräsident Joachim Gauck teilnahm.

Die Bergung

Rund eintausend Einsatzkräfte werden zum Unglücksort entsandt. In den ersten Tagen konzentrieren sich die Helfer von Bergwacht, Polizei und Katatsophenschutz darauf, DNA-Proben der Absturzopfer in dem unwegsamen Gelände zu finden. Am 4. April haben sie DNA-Proben aller 150 Toten geborgen. Mittlerweile sind auch rund 80 Prozent der Wrackteile des Airbus in eine Halle in Seyne-les-Alpes gebracht worden. In zwei bis drei Wochen sollen die Bergungsarbeiten abgeschlossen sein.

Helfer an der Absturzstelle von Germanwings-Flug 9525 (Photo: REUTERS/French Interior Ministry/DICOM/Y. Malenfer/Handout )

Helfer an der Absturzstelle in den Bergen.

Die Krankheit

Am 27. März geben Ermittler bekannt, dass in der Wohnung von Andreas L. zerrissene Krankschreibungen gefunden wurden. Auch für den Tag des Absturzes war der Co-Pilot demnach krank geschrieben. Schon zuvor wurde über eine psychische Erkrankung des Co-Piloten spekuliert, der wegen Depressionen und Suizidgefahr in ärztlicher Behandlung gewesen sein soll. Das wird am 30. März offiziell bestätigt. Nach Ansicht vieler Psychologen kann eine Depression jedoch nicht als Erklärung für die Tat ausreichen. In Deutschland entbrennt eine Debatte über die ärztliche Schweigepflicht.

Der Flugdatenschreiber

Am 2. April finden die Einsatzkräfte auch den Flugdatenschreiber der abgestürzten Maschine. Die darauf gespeicherten Daten erhärten die These eines absichtlich herbeigeführten Absturzes. Co-Pilot Andreas L. hat demnach bewusst den Sinkflug eingeleitet und das Flugzeug anschließend mehrfach beschleunigt.

Ermittler durchsuchen Wohnung des Co-Piloten von Germanwings-Flug 9525 (Photo: Sascha Steinbach/Getty Images)

Kistenweise Beweismaterial: Ermittler durchsuchen die Wohnung von Copilot Andreas Lubitz.

Die Folgen

Die deutschen Airlines führen am 27. März die Zwei-Personen-Regel im Cockpit ein. Damit darf in der Luft kein Pilot allein im Cockpit sein. Die Luftverkehrsunternehmen prüfen zudem Änderungen des Mechanismus der Cockpittüren. Am 7. April fordert der deutsche Fliegerarztverband eine Reform der Flugtauglichkeits-Untersuchungen. Sie sollten strenger werden. Am 13. April kritisiert die internationale Poilotenvereinigung Ifalpa, dass aus den Unfall-Untersuchungen vorschnell Schlüsse gezogen werden.

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