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Welt

Germanwings-Absturz - Parallelen zu Todesflug in Afrika

Der Co-Pilot von Germanwings-Flug 4U9525 hat den Airbus offenbar bewusst abstürzen lassen. Das erinnert an eine Unglücksmaschine der mosambikanischen Airline LAM im Jahr 2013.

"Es sieht so aus, als habe der Co-Pilot vorsätzlich die Cockpit-Tür verschlossen und den Knopf gedrückt um den Sinkflug einzuleiten", sagte der zuständige französische Staatsanwalt Brice Robin jetzt in Marseille. Demnach hat Co-Pilot Andreas Lubitz den Absturz des Flugzeugs absichtlich herbeigeführt. Die Germanwings-Maschine war am Dienstag in den französischen Alpen nahe des Ortes Seyne-les-Alpes zerschellt. Von den insgesamt 150 Menschen an Bord hat niemand überlebt.

Der Co-Pilot Andreas L. sei bisher nicht durch Verbindungen zu terroristischen Gruppen aufgefallen, bestätigte der deutsche Innenminister Thomas de Maizière.

Parallelen zum Unglücksflug der mosambikanischen LAM

Flugzeug mit Menschen, die am Bord steigen. Foto: Johannes Beck DW

LAM-Flugzeug "Chiloane" auf dem Flughafen von Lichinga

Die Meldungen rufen Erinnerungen wach an den Absturz eines Flugzeugs der staatlichen mosambikanischen Fluglinie LAM (Linhas Aéreas de Moçambique) am 29. November 2013. Der hatte auch international für Schlagzeilen gesorgt. Die Maschine war auf dem Weg von Mosambiks Hauptstadt Maputo nach Luanda in Angola angestürzt und im Naturpark Bwabwata in Namibia zerschellt. Von den 27 Passagieren und sechs Crew-Mitgliedern überlebte niemand.

Als die Flugschreiber ausgewertet wurden, stellte sich heraus, dass die Flughöhe dreimal manuell von 38.000 Fuß (etwa 11.500 Meter) auf 592 Fuß (etwa 180 Meter) gesenkt worden war, bevor das Flugzeug auf dem Boden aufschlug.

Cockpit des Airbus A320. Foto: dpa

Cockpit des verunglückten Germanwings-Flugzeugs

Anfangs konnten sich die Flugsicherheitsspezialisten den Fall nicht erklären. Es hatte zum Zeitpunkt des Absturzes kein schlechtes Wetter gegeben, außerdem galten Pilot und Besatzung als erfahren. Die mosambikanische Fluggesellschaft LAM ist zwar seit Jahren wie alle mosambikanischen Airlines auf der schwarzen Liste der EU-Kommission und darf nicht nach Europa fliegen, aber im Fall der Unglücksmaschine waren alle Wartungen vorschriftsgemäß ausgeführt worden.

"Das war der erste Unfall mit diesem Flugzeugtyp seit 2007", zeigte sich der mosambikanische Luftfahrtsexperte Alves Gomes damals im DW-Interview sehr verwundert. Die Embraer 190 sei ein sicheres und zuverlässiges Flugzeug: "Im Februar 2012 ist in London eine Maschine gestartet, beide Triebwerke sind ausgefallen und dennoch konnte sie wieder landen."

Gerüchte in den sozialen Medien

13_11_30 Karte online deu Mosambik, Angola, Namibia

Im Länderdreieck zwischen Namibia, Botswana und Angola lag die Absturzstelle der LAM-Maschine

In den Wochen nach dem Absturz machten allerdings plötzlich Nachrichten in sozialen Netzwerken die Runde, der Pilot sei aufgrund persönlicher Probleme emotional angeschlagen gewesen.

Einen Monat nach dem Absturz bestätigte der vorläufige Untersuchungsbericht der mosambikanischen Flugsicherheitsbehörde Instituto de Aviação Civil de Moçambique die Gerüchte. Der Pilot des Fluges, Hermínio dos Santos Fernandes, habe den Absturz absichtlich herbeigeführt. Auch im abschließenden Bericht wird sein Selbstmord als Unfall-Ursache angeführt.

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