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German Pop

German Pop 22: Wir sind Helden

Wir sind Helden traten vor zehn Jahren den Deutschpop-Boom los, sind immer noch die originellste der deutschsprachigen Popbands und außerdem ein hervorragender Live Act.

Die musikalischen Unterschiede zwischen CD und Live-Konzert werden heutzutage immer kleiner. Das Publikum eines Popkonzerts ist es inzwischen einfach gewohnt, dass es "super" klingt und dass die Feinheiten des Arrangements eins zu eins umgesetzt werden. Der Nachteil dabei: Freiräume, Improvisation und Variation bleiben auf der Strecke. Nicht so bei der Musik, die wir hier präsentieren. Die deutsche Band Wir sind Helden hat bei ihren Konzerten im letzten Jahr gezeigt, wie man es auch machen kann. Es wurde improvisiert, das Publikum war einbezogen, und Perfektion wurde gerne mal zugunsten von Spielfreude in den Hintergrund gestellt.

Sängerin Judith Holofernes (Foto: Sebastian Willnow/dapd)

Sängerin Judith Holofernes begeistert das Publikum

Beim Auftritt von Wir sind Helden im Kölner Tanzbrunnen gab es durchaus Überraschungen. Statt mit Gitarren, Bass und Schlagzeug standen die Musiker am Anfang mit Akkordeon, Banjo und Perkussion auf der Bühne. Solche Ausflüge in weltmusikalische Gefilde hatten die Helden zum ersten Mal auf ihrem vierten Album "Bring mich nach Hause" unternommen.

Beim Popkurs der Hamburger Musikhochschule hatte sich die Band dereinst kennengelernt. Seit ihrer Gründung hat sich die Besetzung von Wir sind Helden nicht geändert. Doch für die letzte Tournee haben sich die Wahlberliner zwei Gastmusiker in den Tourbus geholt: Jörg Holdinghausen am Bass sowie Ruben Scheffler an den Keyboards. Zu sechst konnte die Band denn auch die musikalische Vielfalt, die sich auf dem letzten Album "Bring mich nach Hause" manifestierte, wunderbar live umsetzen - ein Titelsong, der sich thematisch ziemlich weit von der fröhlichen Konsumkritik der Anfangstage entfernt.

Drei Jahre Pause hatte sich die Band vor dieser CD gegönnt, drei Jahre, in denen zwei Kinder geboren wurden und sich die Inhalte der Songs gewandelt haben. Neben nachdenklichen, manchmal sehnsuchtsvollen Tönen gibt es Lieder, in denen auch schon Mal der Tod abgehandelt wird.

Doch die neue Besinnlichkeit war nur ein Teil des Konzerts. Die 4.000 Fans im Kölner Tanzbrunnen waren wirklich guter Dinge an diesem Abend, und die Band wusste das zu würdigen. Spielfreude, Interaktion, auch mal Blödelei: All das machte die Helden äußerst sympathisch und hatte etwas durchaus Familiäres. Spätestens als das Publikum beim Song "Denkmal“ einfach nicht mehr aufhören wollte zu singen, war klar, dass das Ganze auch eine ziemliche Party war.

Autor: Matthias Klaus
Redaktion: Rick Fulker

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