1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Gericht bestätigt Milliardenstrafe für Takata

Wegen fehlerhafter Airbags muss der japanische Hersteller Takata in den USA eine Milliarde Dollar Strafe zahlen, so ein Gericht. Zugleich wächst der Druck auf Autohersteller, die die Airbags einbauten, darunter auch BMW.

Ein Gericht in Michigan befand am Montag (Ortszeit) den Mitte Januar ausgehandelten Vergleich mit dem US-Justizministerium für gültig. Demnach muss der japanische Hersteller Takata wegen seiner defekten Airbags eine Milliarde Dollar (940 Millionen Euro) Strafe in den USA zahlen.

Mit der Milliardenzahlung sollen betroffene Autohersteller und Autofahrer entschädigt werden. Takata zahlte 2015 bereits eine Strafe von 200 Millionen Dollar in den USA.

Teil der gerichtlich nun für gut befundenen Vereinbarung ist auch ein Schuldeingeständnis des japanischen Unternehmens. Damit vermeidet Takata ein Strafverfahren.

Die explodierenden Airbags werden mit 16 Todesfällen weltweit in Verbindung gebracht, elf davon in den USA. Autobauer mussten rund 100 Millionen Fahrzeuge zurückrufen, davon etwa 70 Millionen in den USA. Takata gestand ein, die Airbag-Probleme zwischen den Jahren 2000 und 2015 vertuscht zu haben.

"Tödliche Waffe"?

Unterdessen erhöht sich der Druck auf Autohersteller, US-Kläger werfen ihnen vor, die Airbags in ihre Fahrzeuge eingebaut zu haben, obwohl sie von deren Fehlfunktion gewusst haben.

Die Klägeranwälte reichten am Montag neue Unterlagen bei Gericht ein, um die Anschuldigungen zu erhärten. Darin heißt es: "Die Autohersteller wussten unabhängig voneinander, dass die Takata-Airbags nicht sicher waren, lange bevor sie sie in Millionen Fahrzeuge einbauten." Dass die Autobauer sich nun als Opfer darstellten, sei eine "Beleidigung der wirklichen Opfer, die schwer verletzt oder getötet wurden".  

Die Kläger geben an, ihre Ermittlungen fortzusetzen. Sie versichern aber bereits jetzt, über Beweise zu verfügen. Interne Dokumente sollen belegen, dass die Konzerne bewusst Sicherheitsrisiken in Kauf nahmen, um Kosten zu sparen. Bei einem der Unternehmen etwa sei ein Airbag von Takata bereits im Jahr 2009 als "tödliche Waffe" bezeichnet worden.

Was wussten die Autobauer?

Es geht um die Autofirmen BMW, Ford, Honda, Nissan und Toyota. Die meisten Autobauer reagierten zunächst nicht auf die Vorwürfe. BMW USA erklärte, zu einer laufenden Angelegenheit keinen Kommentar abgeben zu können.

Die Autobauer sehen sich aber selbst als Geschädigte von Takata an. Sie verweisen auf ein Schuldgeständnis, das der Zulieferer im Rahmen eines Milliardenvergleichs mit dem US-Justizministerium abgegeben hat. Darin räumte Takata ein, die Hersteller mit gefälschten Testberichten über Risiken hinweggetäuscht zu haben.

Ende Januar hatte mit New Mexico auch der erste US-Bundesstaat nicht nur Takata selbst, sondern gleich 15 Autobauer wegen angeblicher Mitschuld verklagt.

bea/ (afp, dpa)