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Kultur

Gerhard Richters Gemälde "Birkenau" im Museum Frieder Burda

Lässt sich das Grauen des Holocaust malen? Mit seinem vierteiligen Gemälde "Birkenau" spaltet Gerhard Richter die Kunstwelt. Eine Ausstellung im Museum Frieder Burda in Baden-Baden ordnet es kunsthistorisch ein.

Gerhard Richters ungegenständliches vierteiliges Monumentalwerk entstand nach Fotografien eines jüdischen Häftlings im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau im August 1944. Der Künstler malte die großformatigen Bilder vor zwei Jahren. Erstmals waren sie im Dresdner Albertinum zu sehen, firmierten da jedoch noch als "Abstrakte Bilder". Zum Ausstellungsauftakt reiste der deutsche Malerstar nun höchstpersönlich nach Baden-Baden.

Die Kontroverse um seine Bilder hat nicht nur ihn überrascht. Der Vorwurf: Er würde den Holocaust illustrieren und dem Grauen damit eine künstlerische Form verleihen. Stimmt diese Vermutung? Zu sehen sind riesige Farbtafeln, durchzogen von tiefgrauen Schlieren, die er durch grüne und rote Farbinseln unterbricht. Richter hat sie - in der für ihn typischen Weise - grob verwischt. Fotodokumente des ehemaligen KZ-Häftlings bildeten lediglich den Ausgangspunkt, die erste Schicht seiner Malerei. Ihr folgten viele weitere Malvorgänge. Richter verwehrt somit den Blick auf die Gräuel. Mehr noch: er verweigert die Deutung.

Geht die Debatte weiter?

Die Baden-Badener Ausstellung könnte die Debatte weiter anheizen. Sie zeigt Richters Werk zusammen mit Arbeiten anderer bekannter Künstler, darunter abstrakte Meisterwerke Sol LeWitt, Blinky Palermo, Imi Knoebel oder Sigmar Polke. Bilder Andy Warhols und der abstrakten Expressionisten Clyfford Still, Adolph Gottlieb und Willem de Kooning führen vor, wie zeitgenössische Künstler mithilfe der Abstraktion versuchten, Bilder für das Unbeschreibbare zu finden.

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