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Aktuell Europa

Gerangel um den Schwarzen Peter

Die niederländische Stadt Gouda wollte es allen recht machen: Nicht allein der umstrittene "Zwarte Piet", sondern auch andere, bunte Helfer umringten den Kinderfreund Nikolaus. Dennoch musste die Polizei einschreiten.

90 Erwachsene – mehr Gegner als Anhänger des "Zwarte Piet" - wurden vorläufig festgenommen. Etwa 60 Gegner, die den dunkelhäutigen Helfer von Sinterklaas für eine rassistische Stereotype halten, hätten an nicht genehmigten Orten demonstriert, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wouter Bos. Sie müssten mit einem Bußgeld von 220 Euro rechnen. Die anderen, zumeist Anhänger des Schwarzen Peters, müssten sich wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" verantworten.

In den Niederlanden kommt der Nikolaus der Legende nach stets Mitte November mit einem Schiff aus Spanien, um den Kindern Geschenke zu bringen. Doch die Debatte um seine Begleiter mit den schwarzgeschminkten Gesichtern, roten Lippen und der Afro-Perücke spaltet das Land. Im öffentlich-rechtlichen TV-Sender NOS waren während des Fests kleinere Rempeleien zu sehen, während einige Demonstranten Protestplakate in die Luft hielten.

Proteste gegen den Schwarzen Piet (Foto: picture alliance/AP)

Für viele Niederländer ist der "Zwarte Piet" ein Symbol der grausamen Sklavenzeit und alltäglicher Diskriminierung

Auch der Premier schaltet sich ein

Als "zutiefst traurig" bezeichnete Ministerpräsident Mark Rutte die Zwischenfälle: "Jeder darf über die Farbe des Zwarte Piet reden, doch keiner darf ein Kinderfest derartig stören", sagte er. Der Ankunft des Nikolaus wohnten wie jedes Jahr zehntausende Menschen bei, darunter viele Kinder.

Dabei hatte die Stadt Gouda versucht, Konsequenzen aus der monatelangen Debatte zu ziehen: Zum ersten Mal wurde Nikolaus nicht nur vom Schwarzen Peter begleitet, sondern auch vom Käsepeter mit gelb angemaltem Gesicht und dem Stroopwafel-Peter, dessen Gesicht das gleiche hellbraune Muster zierte wie die beliebten Sirupwaffeln.

rb/qu (afp, dpa)