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Sport

Gerüchte, keine Namen

Gerüchte um einen neuen Wettskandal im deutschen Fußball sorgen weiter für Unruhe - obwohl Beweise für die Verwicklung eines Nationalspielers sowie mehrere Bundesligaspieler in den Skandal fehlen.

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Sind auch prominente Fußballer der Gier nach noch mehr bunten Scheinen erlegen?

Die angebliche Verstrickung eines Nationalspielers in den Fußball-Wettskandal hängt wie ein Damoklesschwert über der WM-Vorbereitung. Nach "Insider-Informationen" des ARD-Magazins "Plusminus" soll ein Nationalspieler "mit der so genannten Wettmafia zusammenarbeiten". Mehrere Bundesligaspieler sollen in den Skandal verstrickt sein. Die Staatsanwaltschaft München wertet die gesamten Informationen aus. "Dann sehen wir, ob es reicht zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens oder nicht", sagte Oberstaatsanwalts Anton Winkler. Nach Angaben der ARD-Internetseite unter Berufung auf den Plusminus-Autor sind die Namen der angeblich verstrickten Spieler, auch des Nationalspielers, den Ermittlungsbehörden bekannt.

Tappen im Dunkeln

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) tappt über Namen, Vereine und Ausmaß der Affäre im Dunkeln. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat bisher nicht über möglicherweise verwickelte Spieler informiert. "Das sind alles nur Informationen aus dritter Hand. Wir geben nur Informationen bekannt aus eigenen Erkenntnissen", sagte Winkler am Donnerstag (16.3.).

Nach Informationen der "Welt" handelt es sich bei dem angeblich involvierten Nationalspieler "um einen Spieler, der nicht für die Partie gegen die USA am nächsten Mittwoch (22.3.) in Dortmund nominiert ist". Die Staatsanwaltschaft München hat am Donnerstagabend dementiert, dass sie Fußballnationalspieler Bastian Schweinsteiger vom Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München und zwei weitere Spieler des Zweitligisten TSV 1860 München der Beteiligung an Wettmanipulationen beschuldigt. "Wir führen keine Beschuldigten, wir haben niemanden vernommen und auch niemanden eingeladen. Das ist schlichtweg falsch", sagte ein Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur Reuters. Die Münchner Zeitung "tz" hatte zuvor berichtet, die drei Männer würden von der Staatsanwaltschaft München als Beschuldigte im Zusammenhang mit Ermittlungen im Fußball-Wettskandal geführt. Ihnen werde vorgeworfen, sehr hohe Wetteinsätze auf möglicherweise manipulierte Fußballspiele gesetzt zu haben.

"Bis Mittwoch wird nichts passieren"

Vor Mittwoch nächster Woche allerdings wird nach Angaben des Münchner Oberstaatsanwalts kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. "Wir sind noch damit beschäftigt, die Informationen von Plusminus zu überprüfen. Erst dann können wir entscheiden, ob ein Anfangsverdacht besteht und wir ein Verfahren eröffnen. Bis Mittwoch wird aber nichts passieren", betonte Winkler.

Winkler schließt eine mögliche Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Main, die gegen Verdächtige wegen bandenmäßigen Betrugs ermittelt, für einen späteren Zeitpunkt nicht aus. "Das muss man abklären, wie weit das notwendig ist", sagte Winkler. Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Thomas Bechtel sagte: "Es gibt ein Verfahren in Frankfurt und eins in München." Auch DFB-Justiziar Goetz Eilers machte deutlich: "Das sind schon zwei Komplexe." Dem DFB liegen nach Angaben von Eilers keine Namen der angeblich in den neuen Wettskandal verwickelten Spieler vor.

Tatverdacht oder heiße Luft?

Zum Stand der Ermittlungen sagte Bechtel: "Wir gewinnen täglich neue Erkenntnisse, die wir aber aus bekannten Gründen nicht öffentlich machen können." Bechtel weiter: "Der Schutz der Personen steht im Vordergrund. Wir müssen immer erst ermitteln, ob ein Tatverdacht vorliegt oder ob alles nur heiße Luft ist. Von uns gibt es keinen Namen, keinen Verein und auch keine Spielpaarung."

Vier Vereine aus der Regionalliga Süd - der 1. FC Eschborn, die Stuttgarter Kickers, Eintracht Trier und die SpVgg Bayreuth - haben bestätigt, dass Spieler für Manipulationen angeworben werden sollten. Keiner sei jedoch darauf eingegangen. (sams)