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Kultur

Geräuschattacke auf der ISS

Ein mysteriöser Computerausfall auf der Internationalen Raumstation ISS hält Russen und Amerikaner auf Trapp. Inzwischen stehen die Techniker vor der Aufklärung des Problems. Offenbar legten Geräusche die Computer lahm.

Aussicht von der ISS (NASA)

Die schöne Aussicht können die ISS-Bewohner derzeit wohl eher weniger genießen

Die russischen Computer reagierten sensibel auf Geräusche und schalteten sich deshalb automatisch ab, sagte ISS-Flugdirektor Mike Suffredini am Donnerstag (14.6.07) im NASA-Kontrollzentrum in Houston. Diese Geräusche würden wahrscheinlich durch elektromagnetische Felder von Kabeln oder Geräten ausgelöst, sagte Suffredini. Vergleichbar sei das beispielsweise mit dem Fiepen, wenn ein Mobiltelefon unmittelbar neben einem Fernseher liege.

Auslöser für die Geräuschattacke ist nach bisherigen Theorien ein neues Segment mit Sonnensegeln, das am Montag an der ISS angebracht wurde. Es sei aber kein Design-Fehler, sondern ein Problem mit einer Energiequelle oder einem Kabelanschluss, sagte Suffredini.

Evakuierung nicht nötig

Nachdem am Donnerstag die drei russischen Computersysteme immer wieder sporadisch funktionierten, gehen sowohl die NASA als auch die russische Raumfahrtbehörde davon aus, das Problem in den kommenden Tagen zu lösen. "An der Analyse des Problems ist eine große Zahl von Fachleuten des Raumfahrtkonzerns Energija und der Flugleitzentrale bei Moskau beteiligt", sagte ein Energija-Sprecher nach Angaben der Agentur Interfax. "Das erfordert einige Zeit."

Computer von Daimler-Konzern entwickelt

Die Computer wurden innerhalb des Daimler-Benz-Konzerns für die Europäische Weltraumbehörde ESA entwickelt. Sie sind dafür zuständig, die Lage der Station in der Erdumlaufbahn sowie die Sauerstoff- und Wasserversorgung zu steuern. Die Störung sei zwar bislang einmalig, gebe aber bislang noch keinen Anlass, um eine Evakuierung der Station in Erwägung zu ziehen, sagte NASA-Projektleiter Bill Gerstenmaier.

Die Ausrichtung der Raumstation kann von der Raumfähre "Atlantis" unterstützt werden, die seit Sonntag an der ISS angedockt ist. Deswegen bereiten sich die Astronauten der "Atlantis" auf eine weitere Verlängerung ihrer Mission vor. Kameras, Notebooks und einige Leuchten der Raumfähre wurden ausgeschaltet, um Energie für einen möglichen weiteren Tag im All zu sparen.

Wegen der Reparatur einer gelockerten Stelle am Hitzeschild der Raumfähre wurde die Reise bereits um 2 auf 13 Tage verlängert. Sieben Astronauten sollen nach bisheriger Planung am Dienstag nächster Woche die ISS verlassen, um am Donnerstag zur Erde zurückzukehren. Drei Besatzungsmitglieder sollen an Bord der Raumstation zurückbleiben. (stl)

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