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Politik

Geplanter "Massenmord" von globaler Dimension

Britische Spezialeinheiten haben Sprengstoffanschläge auf zahlreiche Passagierflugzeuge in London verhindert. Der stellvertretende Polizeichef sprach von einem geplanten "Massenmord in einem unvorstellbaren Ausmaß".

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Wartende Flugzeuge auf dem Flughafen von Manchester

Bei den geplanten Anschlägen auf Passagierflugzeuge sollten nach Angaben von Scotland Yard Sprengsätze verwendet werden, die in Großbritannien zusammengebaut wurden. Ziel sei es gewesen, die Sprengsätze im Handgepäck an Bord zu schmuggeln und die Flugzeuge dann nach dem Start in der Luft zu sprengen, sagte der Leiter der Anti-Terror-Einheit bei Scotland Yard, Peter Clarke, am Donnerstag (10.8.2006) vor Journalisten in London. Auf Nachfragen gab Clarke mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Antwort.

Die Ermittlungen seien seit mehreren Monaten geführt worden und hätten dann in der Nacht zum Donnerstag einen "kritischen Punkt" erreicht, ergänzte er. Darauf habe man sich zum Eingreifen entschlossen. Der Komplott habe "globale Dimensionen" gehabt. Zur Identität der Verdächtigen äußerte sich Clarke nicht. Nach früheren Polizeiangaben wurden auf britischem Boden insgesamt 25 Verdächtige festgenommen.

Simultane Anschläge

Ein Sprecher der Polizei sagte: "Dies sollten simultane Anschläge auf mehrere Ziele sein, gerichtet gegen Flugzeuge mit dem Ziel Vereinigte Staaten." Aus US-Sicherheitskreisen verlautete, die Anschlagspläne hätten auf Maschinen der amerikanischen Fluggesellschaften United Airlines, American Airlines und Continental Airlines abgezielt.

Der britische Premierminister Tony Blair hat US-Präsident George W. Bush in der Nacht zum Donnerstag über die verhinderten Terroranschläge informiert. Das teilte das Büro Blairs mit. Der britische Regierungschef hält sich derzeit zum Urlaub in der Karibik auf.

Heathrow gesperrt

In unbestätigten britischen Medienberichten war von mehr als 20 Flugzeugen die Rede, die Terroristen nach dem Start in Großbritannien zur Explosion bringen wollten. Dabei hätten potenziell tausende Menschen getötet werden können.

Wegen des Terroralarms wurde der Flughafen Heathrow für ankommende Flugzeuge gesperrt. Auf allen Flughäfen Großbritanniens wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft. Passagiere dürfen bis auf weiteres kein Handgepäck mit sich nehmen. Verboten seien auch alle Flüssigkeiten. Als einzige Ausnahme sei es gestattet, bei Reisen mit Kleinstkindern Babymilch in Flaschen mit zu führen. Mütter oder Väter müssten aber vor den Augen von Sicherheitsbeamten von der Milch kosten, um nachzuweisen, dass diese tatsächlich ungefährlich sei.

Internationale Sicherheitsmaßnahmen

Im Zuge des Terroralarms in London verstärkten zahlreiche Länder ihre Sicherheitsmaßnahmen. In den Vereinigten Staaten wurde als Reaktion auf die geplanten Anschläge die höchste Terrorwarnstufe für alle Flüge von Großbritannien in die USA ausgerufen. Für alle anderen Flüge galt die zweithöchste Warnstufe. Der Minister für Heimatschutz, Michael Chertoff, erklärte zur Begründung, man könne nicht sicher sein, dass die Bedrohung durch die Terroristen vollkommen ausgeschaltet worden sei.

Auch in Deutschland wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Die Luftsicherheitsmaßnahmen seien der Gefährdungslage angepasst und bereits seit längerem in Deutschland auf hohem Niveau, teilte das Bundesinnenministerium mit. Das Ministerium versicherte, in ständigem Kontakt mit den britischen Behörden zu stehen. (mik)

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