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Gepfeffertes

Wenn der Pfeffersack für seine gepfefferten Preise eine gepfeffert bekommt, mit Pfefferspray vertrieben wird und dann bleiben soll, wo der Pfeffer wächst, dann muss mehr im Spiel sein als nur der Pfeffer.

Wer gerne kocht oder auch gerne isst, der wird ihm zwangsläufig öfter begegnen, denn er gibt dem Essen Schärfe und Pfiff. Die Rede ist vom Pfeffer. Ob in der weißen oder in der schwarzen Variante, gemahlen oder als Körner: Wer es feurig mag, der greift beherzt zur Pfeffermühle. Das scharfe Gewürz kommt schon seit der Antike nach Europa und war früher ein sehr wertvolles Handelsgut. So kommt der Begriff Pfeffer auch ursprünglich aus dem Altindischen, wo er soviel wie Beere oder Pfefferkorn bedeutete. Pfeffer zieht sich aber nicht nur durch die Küche und die Geschichte, sondern auch durch die Sprache. Als Wort wird er oft benutzt, um Stärke und Kraft auszudrücken, da man mit ihm temperamentvolles und feuriges Verhalten verbindet.

Pfeffersäcke

Ein Mörser, in dem Münzgeld ist.

Wie die Pfeffersäcke ihr Geld machten...

Die Kaufleute der deutschen Hanse, die im 16. Jahrhundert ihr Vermögen mit dem Pfefferhandel zwischen Übersee und Europa machten, bezeichnete man im Volksmund als Pfeffersäcke. Und bis heute wird dieser Begriff als Schimpfwort für rücksichtslose, geldgierige Personen gebraucht, denen Profit über alles geht.

Da das Gewürz von weit her nach Europa gebracht werden musste, konnten die Händler gepfefferte Preise verlangen. Diejenigen, die sich über die überteuerten Preise aufregten, schickten dem einen oder anderen Pfeffersack bestimmt gepfefferte, unfreundliche Briefe oder sie wünschten ihn dahin, wo der Pfeffer wächst.

Ab ins Pfefferland

Symbolbild: Einer schickt den anderen ärgerlich fort

Ab mit dir - dahin wo der Pfeffer wächst!

Aber was sollten die Herren denn alle in Indonesien, Indien, Vietnam Malaysia und Brasilien? Denn da wächst er ja, der Pfeffer. Weit weg von Europa. Und deshalb: Sagt jemand zu Ihnen Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst!, dann wünscht er Ihnen keinen schönen Indienurlaub, sondern will Sie am liebsten nie wieder sehen.

In solchen Fällen sollte man dann besser freiwillig gehen, bevor man noch die Bekanntschaft mit dem Pfefferspray macht. Denn dieses bewährte natürliche Abwehrmittel brennt wie Pfeffer in den Augen. Es wird zur Selbstverteidigung eingesetzt, oder um Tiere zu vertreiben.

Wer nicht hören will, muss fühlen!

Ein Mann mit Plaster an der Schläfe und blauem Auge.

Vorsicht beim pfeffern!

Um zu vermeiden, in den Pfeffer zu geraten, also Stress oder Ärger zu bekommen, sollte man seinem Gegenüber besser niemals eine pfeffern, einen festen Schlag auf die Backe verpassen. Mancher pfeffert aus Ärger seine Tasche in die Ecke, weil er oder sie sich an diesem Tag über einen unfreundlichen Menschen geärgert hat.

Vielleicht macht sich der Ärger auch Luft, indem die Pfeffermühle bei der Essenszubereitung am Abend zu oft gedreht und das Essen zu stark gepfeffert wird. Das Glas Wasser sollte – wie bei einer zu stark gesalzenen Mahlzeit – in greifbarer Nähe stehen.

In der Küche

Grüne, weiße und schwarze Pfefferkörner nebeneinander aufgereiht.

Pfefferminze: scharf im Geschmack, gut für den Magen

Pfeffer und Salz gehören ungefähr so eng zusammen wie Pech und Schwefel. Sie sind die Standardgewürze in der Küche und gaben – ganz nebenbei – auch noch einem kleingemusterten, schwarz-weißen Stoff den Namen, der oft für Anzüge oder Kostüme verwendet wird.

Die Prise Pfeffer aus dem Pfefferstreuer kann beim Kochen also das entscheidende Zünglein an der Waage sein, wenn es darum geht, das Gericht abzuschmecken. Also Vorsicht, nicht dass es noch zu pfeffrig wird! Und was macht der Pfeffer in der Pfefferminze? Diese Pflanze wird meist für die Teezubereitung benutzt und gehört in die Gattung der Minzen. Es ist aber nicht etwa so, dass die Pflanze gepfeffert wird, oder die Minze mit der Pfefferpflanze gekreuzt wurde. Pfefferminze heißt so, weil sie scharf schmeckt. So. Da liegt also der Hase im Pfeffer! Das ist der wahre Grund.

Pfeffer im A...

Mann, dem der Hintern brennt.

Das sind die Folgen des Selbstversuches

Die Schärfe von Pfeffer hat man sich aber nicht nur in der Küche zunutze gemacht. Sagt Ihnen jemand, dass Sie Pfeffer im Hintern haben, sollten Sie das nicht so wörtlich nehmen. Man will Ihnen damit nur zu verstehen geben, dass Sie temperamentvoll sind. Die Redewendung hat einen sehr einfachen historischen Grund.

Mancher Pferdehändler führte früher seinen Pferden vor einem Verkaufstermin Pfefferkörner in den Enddarm ein, um sie so vor dem Interessenten als besonders feurig und schnell darzustellen. An dieser Stelle gilt jedoch die Devise: Bitte nicht nachmachen! Für den Fall, dass Sie denken, dies sei ein bewährtes Mittel bei Müdigkeit, oder langweiligen Liebhabern, werden Sie enttäuscht.

Achtung, scharf!

Man kann allerdings durchaus jemandem redensartlich Pfeffer in den Hintern blasen, ihn somit antreiben und zu mehr Leistung animieren. In jeder Hinsicht gilt jedoch Vorsicht mit dem Pfeffer, denn eine Prise kann schon eine Prise zu viel sein. Halten Sie sich lieber an das afrikanische Sprichwort: Der Mensch ist wie Pfeffer, wenn du ihn noch nicht gekostet hast, weißt du nicht, wie scharf er ist.

Fragen zum Text

Nicht gepfeffert sind ...

1. die Preise.

2. die Minze.

3. das Steak.

Einer faulen Person sollte man ...

1. Pfeffer in den Hintern blasen.

2. eine pfeffern.

3. Pfefferkuchen backen.

Die Redewendung Da liegt ja der Hase im Pfeffer bedeutet ...

1. Das ist aber Pech!

2. Genau das ist das Problem!

3. Das ist nicht zu glauben!

Arbeitsauftrag

Was tun Sie, um sich selbst oder jemand anderem Pfeffer zu geben? Wie können Sie sich für schwierige oder ungeliebte Aufgaben motivieren? Tauschen Sie sich in Partnerarbeit aus und geben Sie sich gegenseitig Tipps.

Autorin: Katharina Boßerhoff

Redaktion: Beatrice Warken

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