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Fokus Osteuropa

Georgien feiert den zweiten Jahrestag der Rosenrevolution

Zum Jahrestag des Machtwechsels feiert sich die Regierung selbst. Während der Präsident Glückwünsche ausländischer Regierungschefs entgegennimmt, versucht die Opposition vergeblich, die Begeisterung zu dämpfen.

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Rosen für die Soldaten (Tiflis, November 2003)

In Georgien wurde der zweite Jahrestag der Rosenrevolution begangen. Mit Rosen in der Hand waren vor zwei Jahren die Gegner des Regimes von Eduard Schewardnadse auf die Straßen der georgischen Hauptstadt gegangen.

Vor dem Jahrestag der Ereignisse vom 23. November erschien eine Broschüre mit den wichtigsten Errungenschaften des Landes in den vergangenen zwei Jahren. Unter ihnen gibt es echte Errungenschaften, aber auch solche, wie beispielsweise die "glücklichere Kindheit". Die Broschüre dient der Opposition als Anlass für Kritik, denn sie meint, dass die aufgezählten so genannten "Siege" nur gewöhnliche Pflichten der Staatsmacht und nicht ihre Errungenschaften seien.

Saakaschwili: Hauptkapital ist Vertrauen

Der georgische Präsident Micheil Saakaschwili

Präsident Micheil Saakaschwili

Die Meinung der Opposition teilt der georgische Präsident Micheil Saakaschwili nicht. Ihm zufolge haben völlig andere Menschen die Macht übernommen: "Das ist die politische Klasse, die sich bewusst ist, dass sie ein unabhängiges Land und nicht irgendeine Filiale eines anderes Landes führt." Das Vertrauen in die staatlichen Institutionen sei, so der Präsident, beispiellos gestiegen – in das Bildungssystem, aber auch in die Rechtschutzorgane und Steuerbehörden. "Das ist das Hauptkapital. Das Vertrauen in die Staatsführung wird mal steigen, mal sinken; die Staatsoberhäupter, Minister und Regierungen werden wechseln. Das Wichtigste ist aber, dass das hohe Vertrauen in die Staatsmacht bestehen bleibt. Das ist die Hauptlehre aus der Rosenrevolution", sagte Saakaschwili.

Zeremonie für Nationalhelden

Die Feierlichkeiten zum zweiten Jahrestag der Rosenrevolution begannen in Georgien bereits am 20. November mit der Umbettung der sterblichen Überreste des georgischen Nationalhelden Kaichosro Tscholokaschwili, die auf Initiative der georgischen Regierung von Paris nach Tiflis gebracht wurden. Tscholokaschwili war in den Jahren 1922 bis 1924 einer der Führer der anti-sowjetischen Bewegung in Georgien. Er starb 1930 im französischen Exil. Alle Fernsehsender in Georgien übertrugen die Zeremonie, bei der Präsident Saakaschwili, die Parlamentsvorsitzende Nino Burdschanadse und andere Regierungsmitglieder Ansprachen hielten.

Internationale Gäste

Mikhail Saakashvili, Arnold Ruutel, Präsidenten von Georgien und Estonien

Arnold Rüütel und Micheil Saakaschwili am 22. November in Tiflis

Am 22. November wurde anlässlich des Jahrestags der Rosenrevolution in Tiflis das internationale Forum "Neue Befreiungswelle in Europa" eröffnet, an dem der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko, der estnische Präsident Arnold Rüütel, eine russische Delegation mit Boris Nemzow an der Spitze sowie zahlreiche andere offizielle Vertreter teilnahmen. Sie alle waren auch Gäste der Feierlichkeiten, in deren Rahmen Präsident Saakaschwili gemeinsam mit den Staatsoberhäuptern, die sich in Georgien zu Gast aufhielten, in Tilfis auf dem Platz der Freiheit den Grundstein für das Freiheits-Monument legte, das von Surab Zereteli entworfen wurde.

Dodo Schanajew, Tiflis
DW-RADIO/Russisch, 23.11.2005, Fokus Ost-Südost

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