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Politik

George Mitchell: "Es heißt, ich sei ein guter Zuhörer"

George Mitchell wurde als Sonderbeauftragter im Nahen Osten von US-Präsident Barack Obama mit einer der schwierigsten Aufgaben beauftragt: Er soll Frieden zwischen den Konfliktparteien schaffen. Wer ist der Mann?

Versucht zu schlichten im Nahen Osten: George Mitchell

Versucht zu schlichten im Nahen Osten: George Mitchell

In den Konflikten des Nahen Ostens kennt sich der 75-jährige George Mitchell bestens aus. Bereits im Auftrag von Bill Clinton untersuchte er als Kommissionsleiter die Ursachen der Gewalt im Nahen Osten. Der sogenannte "Mitchell-Bericht" blieb bis heute Grundlage aller Friedensinitiativen in der Region.

Nachtreffen: George Mitchell und der irische Premierminister Bertie lachen

Nachtreffen: George Mitchell mit dem Ex-Premierminister Irlands Bertie Ahern

Seine Antwort auf den Konflikt lautete damals: beide Parteien müssten sofort und strikt auf Gewalt verzichten. Mitchell plädierte für einen israelischen Siedlungsstopp, die Aufhebung der Blockaden der Palästinensergebiete, sowie für ein Ende des Beschusses israelischer Gebiete.

Zu Hause wurde Arabisch gesprochen

Nicht nur seine Erfahrung auch seine Biografie lässt ihn mehr als geeignet für die Rolle des Nahost-Gesandten erscheinen. Mitchell wuchs als jüngster Sohn einer libanesischen Familie auf. Zu Hause wurde Arabisch gesprochen, erzogen wurde Mitchell als maronitischer Katholik.

Einige Experten vermuten, dass der familiäre Hintergrund die Bereitschaft in arabischen Ländern steigern dürfte, Obamas Gesprächsangebot anzunehmen. Andere werten die Ernennung auch als klare politische Kurskorrektur des US-Präsidenten. Obama wolle sich aus der exklusiven Beziehung zu Israels befreien, vermutet Aaron David Miller vom Woodrow Wilson Center in Washington.

Mitchells Karfreitagsabkommen in Nordirland

Doch ob er den langjährigen Konflikt zwischen den Kriegsparteien letztendlich lösen kann, bleibt fraglich. Er selbst zeigte sich bei seiner Berufung zuversichtlich: "Es ist meine Überzeugung, dass es keinen Konflikt gibt, den man nicht beenden kann." Konflikte würden von Menschen verursacht, sie könnten auch von ihnen beendet werden.

George Mitchell mit dem ehemaligen Außenminister Shimon Peres

George Mitchell mit dem ehemaligen Außenminister Shimon Peres

Seinen Optimismus zieht Mitchell nicht zuletzt aus seinem bisher größten diplomatischen Erfolg – nicht im Nahen Osten, sondern in Nordirland. In den 1990er Jahren vermittelte Mitchell ebenfalls im Autrag von Bill Clinton erfolgreich zwischen den katholischen und evangelischen Konfliktparteien.

Auf seine langjährigen Bemühungen kam das historische Karfreitagsabkommen 1998 zustande. Viele sahen damals einen würdigen Friedensnobelpreisträger in Mitchell.

Auf die Frage, wie er den Konflikt in Nordirland gelöst habe, sagte Mitchell, er habe vor allen Dingen zugehört. "Es heißt, ich sei ein guter Zuhörer. Ich habe zugehört und weiter zugehört und dann habe ich noch ein wenig länger zugehört", fasst er seine damalige Arbeit bescheiden zusammen.

Langjähriger Senator

Vor seinen diplomatischen Einsätzen gehörte der Demokrat den Aufsichtsräten großer Unternehmen an und saß insgesamt 15 Jahre lang im US-Senat. Zuvor arbeitete George Mitchell seit 1977 zunächst als Staatsanwalt und von 1979 an als Bundesrichter in Maine. (sas)

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