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Georg Ratzinger: "Feierlich und fröhlich"

Die Reise von Benedikt XVI. nach Bayern war vor allem auch eine Reise zu seinem Bruder. Domkapellmeister Georg Ratzinger im Interview mit DW-WORLD.DE.

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Die Gebrüder Ratzinger am 11.09.2006 in Marktl am Inn

DW-WORLD.DE: Herr Domkapellmeister, wie habe n Sie die Woche i n Bayer n mit Ihrem Bruder erlebt?

Georg Ratzinger: Die Erwartung, die ich vorher hatte, war die, dass alles sehr nervös und etwas gehetzt sein wird. Das Faktum war doch anders. Es war feierlich und irgendwie auch fröhlich, wenn ich so sagen darf. Ich war innerlich ergriffen und bewegt.

Gab es ei n Erleb n is, das Sie beso n ders schö n fa n de n ?

Für mich war besonders schön natürlich, dass wir doch zwei Stunden ungefähr allein sein durften, in seinem Pentlinger Haus. Er war müde gewesen, er hat sich ausgeruht und wir haben ein bisserl geplaudert. Das war schön. Aber es ist banal, das hervorzuheben gegenüber den gottesdienstlichen Feiern, die ja für den Menschen wesentlich sind und die den Menschen innerlich packen. Und da fand ich, dass eigentlich alle Festlichkeiten gut vorbereitet waren und dann nicht bloß gut abgelaufen sind, sondern so abgelaufen sind, dass sie in einer religiösen Ergriffenheit, aus einer religiösen Gebundenheit heraus miterlebt werden konnten und auch von mir wirklich miterlebt wurden.

Die bayerische n Bischöfe habe n ih n ja gebete n , sei n e n Urlaub i n Zuku n ft i n Bayer n zu verbri n ge n . De n ke n Sie, dass das möglich ist?

Was ich bis jetzt mitbekommen habe war, dass mehrere Urlaubsorte geprüft wurden - vor allem in Südtirol, wo wir öfter den Urlaub verbracht haben - und dass alle Vorschläge dann gescheitert sind an den Leuten, die für die Sicherheit zuständig sind. Überall hat's irgendwelche Mankos gegeben, wo die Sicherheitsleute sagen: Das ist nicht zu vertreten. Ich glaube, dass sich der Urlaub im Aostatal, in der relativen Einsamkeit, in einer sehr guten, gesunden Luft auch sehr gut eingespielt hat. Ich habe wenig Erwartung, dass der Urlaub nach Bayern verlegt wird.

Habe n Sie mit ihm scho n gesproche n , seitdem er wieder i n Rom ist?

Wir haben schon telefoniert.

Hat er de n n mit Ih n e n über die Diskussio n um sei n e Rede a n der Rege n sburger U n i gesproche n ?

Er hat es ganz kurz erwähnt. Er bedauert es natürlich, dass die Muslime da so reagieren und ihn völlig missverstanden haben. Es ist ja nicht seine Meinung. So etwas vertritt er ja niemals. Das ist das Zitat eines Menschen, der vor 500 Jahren gelebt hat. Dass man das aus dem Zusammenhang herausreißt und so darstellt, als wäre es seine Meinung, ist natürlich ein groteskes Missverständnis. Aber er hofft, dass das wieder in Ordnung kommt, dass - indem er die richtige Situation darlegt - das auch eingesehen wird und dass das keine Folgen haben wird im gegenseitigen Verhältnis.

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