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Wirtschaft

Genossenschaftsbanken gut aufgestellt

Die Zinsen sind niedrig, die Kreditnachfrage klein – trotzdem geht es den Genossenschaftsbanken in Deutschland blendend. Sie übertrumpfen mit ihrem Gewinn sogar den Branchenprimus.

Die Genossenschaftsbanken in Deutschland trotzen den niedrigen Zinsen und der mauen Kreditnachfrage in Deutschland. Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und genossenschaftliche Sonderinstitute steigerten ihren Überschuss im vergangenen Jahr um rund fünf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, wie der Branchenverband BVR am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Damit ließen die Genossen erneut die Deutsche Bank hinter sich, die 2014 lediglich auf einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro kam.

Wegen der niedrigen Zinsen stehen auch bei den Genossenschaftsbanken die Margen im Einlagen- und Kreditgeschäft unter Druck. Die Volks- und Raiffeisenbanken konnten dies jedoch durch ein höheres Geschäftsvolumen mehr als wettmachen. Der Zinsüberschuss kletterte um zwei Prozent auf 17,2 Milliarden Euro. Das Provisionsergebnis erhöhte sich um fünf Prozent auf 4,4 Milliarden, da Kunden verstärkt in Wertpapiere investierten.

Masse macht Kasse

Trotz einer verhaltenen Kreditnachfrage in Europa steigerten die Genossenschaftsbanken ihren Darlehensbestand um vier Prozent auf 482 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen legten um ebenfalls vier Prozent auf 582 Milliarden Euro zu. "Der stabile Einlagenüberhang von rund 100 Milliarden Euro eröffnet uns auch für die kommenden Jahre Spielräume, unabhängig vom Kapitalmarkt im Kreditgeschäft weiter zu wachsen", sagte BVR-Vorstand Andreas Martin. Er rechnet damit, dass die Genossenschaftsbanken ihren Marktanteil in Deutschland im laufenden Jahr dank eines florierenden Kundengeschäfts weiter ausbauen können.

Die Zahl der Kreditgenossenschaften sank im vergangenen Jahr um 31 auf 1.047 Banken. Dies sei ein "leicht beschleunigter, aber gleichwohl moderater Konsolidierungskurs", sagte Martin. Kleine Genossenschaftsbanken kämpfen unter anderem mit den steigenden Anforderungen der Aufsichtsbehörden. "Mittelständische Kreditinstitute benötigen dringend mehr Freiraum und weniger Regulierung, um die Versorgung der Realwirtschaft auch weiterhin sicherstellen zu können", forderte BVR-Präsident Uwe Fröhlich. Das sei für Unternehmen wichtiger als die von der EU-Kommission vorangetriebene Kapitalmarktunion.

iw/ul (rtrs)