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Musik

Genie und Wahn

Robert Schumann gilt als einer der größten Komponisten der deutschen Romantik. Seine Konzerte und Sinfonien gehören bis heute zu den meistgespielten Werken, die Liederzyklen zum Standard-Repertoire von Spitzensängern.

Zeitgenössisches Porträt des deutschen Komponisten Robert Schumann (Foto: dpa)

Robert Schumann wurde vor 200 Jahren, am 8. Juni 1810, in Zwickau geboren. Als musikalisch-literarische Doppelbegabung hinterließ er ein umfassendes Gesamtwerk, das von kleinen Klavierstücken bis hin zu großen Sinfonien reichte, verfasste Kritiken und arbeitete als Lehrer und Dirigent. Dem kreativen Schaffen stand aber eine Persönlichkeit gegenüber, die von Krankheit und Depressionen gezeichnet war.

Dichter oder Musiker?

Die undatierte Fotografie zeigt das Wohnhaus in Zwickau des deutschen Komponisten Robert Schumann (Foto: dpa)

Wohnhaus in Zwickau des Komponisten Robert Schumann

Robert Schumann hat lange überlegt, ob er sich für die Literatur oder die Musik entscheiden sollte. Schon als Kind hat er viel geschrieben. Von seinem Vater stammte die Liebe zur Literatur, Roberts Mutter galt als sehr musikalisch. Mit sieben bekam Robert den ersten Klavierunterricht, schrieb kleine Kompositionen, aber auch Aufsätze, Gedichte und Romanfragmente. Schnell spielte er besser Klavier als sein Lehrer und setzte seine pianistische Ausbildung im Selbststudium fort.

Etwas Solides bitte!

Portrait von Clara Schumann (Foto: ullstein bild - Granger Collection)

Clara Schumann - Pianistin und Komponistin

Dann die Berufswahl: Jurist sollte er werden, so wurde entschieden. Schumann verließ seine sächsische Heimatstadt Zwickau und begann in Leipzig mit dem Studium. Aber das Leben hier hatte eine ganz andere Wirkung als beabsichtigt. Er lernte komponieren und gründete zusammen mit dem Klavierlehrer Friedrich Wieck die "Neue Zeitschrift für Musik" – die heute noch besteht. Und er lernte Wiecks Tochter Clara kennen. Das gefiel dem ehrgeizigen Vater allerdings gar nicht. Mit allen Mitteln versuchte er, diese Verbindung zu verhindern. 1840 erzwangen die beiden die Erlaubnis zur Heirat gerichtlich.

Glück und Erfolg

Das zeitgenössische Porträt zeigt den deutschen Komponisten Robert Schumann und seine Ehefrau, die deutsche Komponistin und Pianistin Clara Schumann (Foto: dpa)

Robert und Clara Schumann

Vier Jahre lebte das Paar in Leipzig. Die Ehe mit Clara beflügelte Robert. Schnell entstanden Liederzyklen, Streichquartette, Klavierwerke und die ersten Sinfonien, das Klavierkonzert a-moll, das Oratorium "Das Paradies und die Peri", die Zyklen "Dichterliebe" und "Liederkreis", die "Kinderszenen" und das Album für die Jugend. Robert Schumann wurde zum Ehrendoktor der Universität Jena ernannt, der Durchbruch als Komponist war geschafft.

Erste Schatten

Das Ehepaar Schumann pflegte in Leipzig engen Kontakt mit Felix Mendelssohn-Bartholdy, der Schumann zum Lehrer an das Konservatorium in Leipzig berief. Aber die eigenen Stücke waren nicht mehr so erfolgreich – Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Frederic Chopin entsprachen dem Zeitgeschmack weit mehr. Und auch Clara spielte in ihren Konzerten seine Musik höchstens als Zugabe. Eine Demütigung, die noch dadurch verschlimmert wurde, dass man ihn auch auf Konzertreisen nur als den Gatten der europaweit berühmten Pianistin wahrnahm. Wie ein Lichtblick erschien da der Ruf, als Städtischer Musikdirektor nach Düsseldorf zukommen.

Flucht in die Arbeit

Schumann-Ausstellung im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf *** Motiv: Klavierkonzert Foto: Gavril Blank

Handschrift des a-moll-Klavierkonzerts

Die anfängliche Begeisterung der Schumanns für das Rheinland verflüchtigte sich schnell. Mit der Position des Musikdirektors war Schumann nicht gut beraten. Die Anzeichen der Depressionen und Wahnvorstellungen wurden jetzt immer schlimmer. Oft lag er nachts wach und klagte darüber, dass ganze Stücke in seinem Kopf tobten. Trotzdem ist in den vier Jahren in Düsseldorf gut ein Drittel seines Gesamtwerks entstanden: darunter das heute weltberühmte Cello-Konzert, das Violinkonzert, die Messe op. 147 und das "Requiem".

In dieser Zeit besuchte der junge Johannes Brahms die Schumanns in Düsseldorf. Es entstand eine enge Freundschaft. Aber Schumann selbst geriet immer mehr in einen Zustand geistiger Verwirrung. Am 27. Februar 1854 stürzte er sich in den Rhein. Er wurde gerettet, verbrachte aber die letzen beiden Jahre seines Lebens in einer Heilanstalt in Bonn.

"Ziemlich lebendig"

Schumann-Ausstellung im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf Foto: Gavril Blank

Schumann-Ausstellung im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf

Jetzt, anlässlich des 200. Geburtstags, finden viele Gedenkveranstaltungen für den Komponisten statt. In seiner Geburtsstadt Zwickau erinnern eine Konzertreihe und ein Klavierwettbewerb an Robert Schumann, in Dresden und Leipzig würdigen zahlreiche Konzerte und Ausstellungen sein Schaffen. Das Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut zeigt ausgewählte Schätze aus seiner Schumann-Sammlung.

Autorin: Gudrun Stegen

Redaktion: Conny Paul

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