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Wissenschaft

Genie der Zahlen: Renommierte Mathematikerin Mirzakhani ist tot

Maryam Mirzakhani war 2014 die erste Frau, die mit der Fields-Medaille ausgezeichnet wurde. Der Preis gilt in der Mathematik als Äquivalent zum Nobelpreis. Nun ist die berühmte Mathematikerin gestorben.

Mirzakhani verstarb im Alter von 40 Jahren in einem Krankenhaus in den USA. Ein Freund und iranische Familienangehörige gaben den Tod der jungen Wissenschaftlerin bekannt. "Sie war ein Genie, zugleich aber auch Tochter, Mutter und Ehefrau", schrieb Firouz Naderi, ein Freund von Mirzakhani, in sozialen Netzwerken.

Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete, Mirzakhani sei vor vier Jahren an Knochenmarkkrebs erkrankt. Die Standford Universität, wo die Mathematikerin seit 2008 Professorin war, bestätigte Krebs als Todesursache.

Fields-Medaille (Foto: Public Domain)

Die Fields-Medaille wird alle vier Jahre verliehen

Mirzakhani wurde 1977 in Teheran geboren, wo sie eine Mädchenschule für begabte Schülerinnen besuchte. Mitte der 1990er Jahre fiel sie bei internationalen Mathematik-Olympiaden durch den Gewinn von drei Goldmedaillen auf. Ursprünglich wollte sie Schriftstellerin werden, entschied sich dann aber für die Mathematik. Mirzakhani sagte einmal: "Ich fühlte, dass das etwas ist, was ich kann und ich wollte das verfolgen."

Die Geometrie-Expertin machte ihren Doktor an der US-Eliteuniversität Harvard und lehrte in Princeton. Die Fields-Medaille erhielt sie für das Erforschen der Symmetrie von gekrümmten Flächen. Das britische Fachblatt "Nature" führte Mirzakhani 2014 auf seiner Liste der zehn wichtigsten Forscher des Jahres auf.

Nach Angaben der Universität Stanford hat ihre Arbeit eine Bedeutung für verschiedene Bereiche: von Kryptografie bis hin zur theoretischen Physik zur Entstehung des Universums.

Aus dem Mathematik-Dschungel kämpfen

Die Universität erinnerte an die Mathematikerin mit einer Anekdote über ihren Arbeitsstil. Demnach hätte Mirzakhani auf Papier herumgekritzelt und dann Formeln an die Ränder ihrer Zeichnungen gequetscht. Daher würde die Tochter die Arbeit ihrer Mutter als "malen" bezeichnen. Das bei Twitter veröffentlichte Video des Freundes Naderi bietet einen Einblick in die Arbeitsweise.  

Mirzakhani sagte, sie mag die reine Mathematik wegen der Eleganz und Langlebigkeit der Fragen, die sie untersucht. "Es ist so, als wenn du dich in einem Dschungel verirrt hast und versucht, alles Wissen, das du hast, anzuwenden, um einen neuen Kniff zu finden. Mit ein bisschen Glück findest du einen Weg nach draußen."

Im Heimatland der Wissenschaftlerin, Iran, wurde ihr Tod mit Trauer aufgenommen. Präsident Hassan Rohani bezeichnete der "Teheran Times" zufolge die Nachricht als "herzzerreißend". Außenminister Mohammad Javad Zarif sagte nach Angaben der Zeitung, der Tod Mirzakhanis schmerze alle Iraner.

ust/ml (dpa, afp, ap)

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