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Sport

Generationswechsel im deutschen Skispringen

Mit dem Tagessieg des Österreichers Thomas Morgenstern und dem Gesamtsieg seines Landsmanns Andreas Kofler ist die Vierschanzentournee in Bischofshofen zu Ende gegangen. Die Deutschen sprangen fast nur hinterher.

Andreas Kofler (Foto: AP)

Tourneesieger Andreas Kofler

Dass diese 58. Vierschanzentournee von einem Österreicher gewonnen wurde, ist nun alles andere als eine Überraschung – zu dominant haben die Österreicher sich zuletzt gezeigt. Zwei Olympiasiege in Turin, diverse Weltmeistertitel und auch der Erfolg bei der Tournee im vorigen Jahr sprechen eine deutliche Sprache.

Breite Spitze

Die große Stärke des österreichischen Teams ist in erster Linie sein ausgewogenes Leistungsniveau – passt es bei dem einen Springer mal nicht so, dann ist eben ein anderes Teammitglied zur Stelle. Das zeigte sich auch bei der diesjährigen Tournee, bei der die Österreicher alle vier Springen für sich entschieden – zweimal war es neben Morgenstern Gregor Schlierenzauer und einmal Gesamtsieger Kofler. Dass in der Gesamtwertung nicht weniger als fünf Österreicher unter den besten zehn sind, unterstreicht dies eindeutig.

Nicht zu unterschätzen ist sicherlich auch die Tatsache, dass die Österreicher sich als wirkliches Team, ja als Freunde präsentieren. Da freut sich jeder mit jedem, keiner scheint dem anderen den Erfolg zu missgönnen. Das erleichtert die Arbeit aller Betreuer und für alle den Umgang mit Rückschlägen.

Österreich gegen zwei

Janne Ahonen (Foto: AP)

Der erfolgreiche Rückkehrer Janne Ahonen präsentiert sein jüngstes Buch

Nicht wenige hatten sogar mit einem österreichischen Dreifachtriumph gerechnet, doch den verhinderte ausgerechnet der fünfmalige Rekordsieger der Tour, der Finne Janne Ahonen, der seine Karriere eigentlich schon beendet hatte und nach einjähriger Pause eine triumphale Rückkehr mit dem zweiten Gesamtrang feierte. Mit ihm ist – neben den Österreichern natürlich – bei den olympischen Winterspielen in Vancouver ebenso zu rechnen wie mit dem insgesamt Fünftplazierten Schweizer Simon Amman. Nur diese beiden Springer scheinen derzeit in der Lage zu sein, die Österreicher ernsthaft zu gefährden.

Versöhnlicher Abschluss der Deutschen

Mit dem 9. Rang durch Pascal Bodmer und den Plätzen 12 und 13 durch Michael Neumayer und Michael Uhrmann sorgten die deutschen Skispringer für einen versöhnlichen Abschluss der Tour. Dennoch fällt das Fazit insgesamt eher negativ aus. Im Vorjahr sorgten die Oldies im deutschen Team, Neumayer, Uhrmann und Martin Schmitt, noch für neun Top-Ten-Plätze in den vier Springen, diesmal waren sie absolut chancenlos. So gab es die schwächste deutsche Bilanz aller Zeiten bei der Vierschanzentournee.

Der Youngster macht Hoffnung

Pascal Bodmer (Foto: AP)

Die deutsche Hoffnung Pascal Bodmer

Doch man sollte nicht alles nur schwarz sehen. Ausgerechnet einer der Youngster im deutschen Team, der 18-jährige Pascal Bodmer, sorgte für die positiven Schlagzeilen aus deutscher Sicht. Erst zum zweiten Mal bei der Tournee dabei, sprang er zweimal in die Top Ten und landete am Ende in der Gesamtwertung auf einem ausgezeichneten siebten Rang. Mit Richard Freitag und Andreas Wank standen zwei weitere junge Springer in der deutschen Mannschaft, die Hoffnung für die Zukunft machen, auch wenn sie diesmal noch nicht nach vorn springen konnten. Wenn nicht alles täuscht, war die diesjährige Vierschanzentournee der Auftakt des Generationswechsels im deutschen Skispringen

Wenig Aussichten für Vancouver

Für die Olympischen Winterspiele in Vancouver sollten die deutschen Skisprung-Fans sich keine großen Hoffnungen machen. Dass die über 30-Jährigen im deutschen Team bis Mitte Februar zu guter Form finden, ist eher unwahrscheinlich. Und vom jungen Pascal Bodmer kann man noch keine Medaillen verlangen. Insgesamt wären alles andere als österreichische Siege in Vancouver große Überraschungen. Nur Janne Ahonen und Simon Amman könnten ihnen derzeit die Suppe versalzen.

Autor: Wolfgang van Kann

Redaktion: Martin Schrader