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Sport

Generationenwechsel auf der Schanze

Die deutschen Skispringer gelten bei der 59. Auflage der Vierschanzentournee als chancenlos. Das bescheidene Ziel: Ein Platz unter den ersten zehn. Die Favoriten kommen allen voran aus Österreich, Polen und der Schweiz.

Der deutsche Skispringer Martin Schmitt blickt nach seinem Sprung am Montag (29.12.2008) in Oberstdorf beim Finale während der 57. Vierschanzentournee auf die Ergebnistafel. (Foto: Daniel Karmann, dpa/lby)

Ist Martin Schmitts Zeit vorbei?

Lang ist er her, der Triumph von Sven Hannawald. In der Saison 2001/2002 schaffte der deutsche Überflieger als erster überhaupt sensationell vier Siege in allen vier Springen der Vierschanzentournee. Ein Rekord für die Ewigkeit? Die Deutschen sind jedenfalls bei den traditionellen vier Wettbewerben in Oberstdorf (29.12.2010), Garmisch-Partenkirchen (01.01.2011), Innsbruck (03.01.2011) und Bischofshofen (06.01.2011) von solchen Traumergebnissen meilenweit entfernt. "Natürlich würden wir lieber als Favorit anreisen, doch unser Anspruch ist es, mindestens einen Springer in die Top 10 zu bringen", sagt Bundestrainer Werner Schuster und bezieht sich dabei auf die Gesamtwertung.

Die ehemaligen Stars Martin Schmitt oder Michael Uhrmann sind inzwischen über 30 Jahre alt und außer Form. Ihre Erfahrung bleibt wichtig für das Team, doch für Trainer Schuster ist Schmitt längst nicht mehr die Nummer 1: "Es ist nicht damit zu rechnen, dass er ganz nach vorne springt." Schuster hofft auf den Nachwuchs. Vor allem Talente wie Severin Freund und Pascal Bodmer brachten konstante Leistungen und könnten Kandidaten für die Top 10 sein. "Die Jungen hören noch anders zu", sagt Schuster vieldeutig und kündigt an: "Speziell auf der ersten und zweiten Tournee-Station müssen alle Farbe bekennen. Da wird knallhart ausgesiebt."

Morgenstern gilt als Top-Favorit

Das österreichische Team von links: Andreas Kofler, Thomas Morgenstern (Foto: dpa)

Österreichische Skisprung-Asse: Titelverteidiger Andreas Kofler und Top-Favorit Thomas Morgenstern

Den dritten Gesamtsieg in Folge wollen die Österreicher rund um das Top-Duo Thomas Morgenstern, der als absoluter Favorit gilt, und Andreas Kofler einfahren. Morgenstern, der in dieser Saison vier Wettbewerbe in Folge gewinnen konnte, äußert sich bewusst locker: "Ich zerbreche mir nicht den Kopf über den Tourneesieg, sondern will einfach weiterhin Spaß haben. Skispringen ist nicht das Wichtigste in meinem Leben." Auch Titelverteidiger Kofler gibt sich entspannt. "Ich kann es gelassen und mit sehr viel Vorfreude angehen, weil ich schon einen Gesamtsieg in der Tasche habe." Österreichs Cheftrainer Alexander Pointer ist jedenfalls optimistisch: "Tiefstapeln brauchen wir nicht. Ich sehe momentan im Skispringzirkus zwei Ausnahme-Athleten: Morgenstern und Kofler."

Doch es gibt auch Hiobsbotschaften im österreichischen Lager: Der zweimalige Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer wird wegen einer Knieverletzung, die er sich beim Training zugezogen hat, mindestens bei den zwei ersten Springen fehlen und somit nicht um den Gesamtsieg mitspringen. "Das ist für mich eine harte Entscheidung. Die Vernunft sagt mir aber, dass dies im Sinne meiner zukünftigen Karriere richtig ist", sagte der 20-Jährige.

Malysz und Ammann lauern auf ihre Chance

Der Schweizer Skispringer Simon Ammann zeigt nach seinem Sieg in Vancouver mit vier Fingern die Zahl seiner Goldmedaillen bei Olympischen Spielen an. (Foto: AP, Matthias Schrader)

Ammann: Vier Mal olympisches Gold - doch die Tournee fehlt noch!

Die österreichische Erfolgswelle wollen der Pole Adam Malysz und der Schweizer Simon Ammann stoppen. Vierfach-Olympiasieger Ammann, der allein in Vancouver zweimal Gold holte, die Vierschanzentournee aber noch nie gewonnen hat, ist heiß auf den "Grand Slam" der Skispringer: "Die Tournee hat eine Riesenausstrahlung und der Mythos wird immer größer, je weniger Chancen ich noch habe. Denn die Tournee war bisher immer eine Knacknuss für mich."

Maximal 57.000 Euro Prämie kann der Sieger der Vierschanzentournee kassieren, müsste dann aber den Rekord von Hannawald einstellen. Zusätzlich gibt es ein Auto im Wert von 25.000-30.000 Euro.

Der deutsche Kader für die Vierschanzentournee:

Martin Schmitt, Pascal Bodmer, Richard Freitag, Severin Freund, Stephan Hocke, Michael Neumayer, Michael Uhrmann.

Für die beiden Heimspringen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen bilden zudem Marinus Kraus, Maximilian Mechler, Julian Musiol, Felix Schoft, Andreas Wank und Daniel Wenig die nationale Gruppe.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Wolfgang van Kann