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Afrika

Generalstreik soll Gbagbo bezwingen

Der Machtkampf in der Elfenbeinküste spitzt sich zu. Anhänger des international akzeptierten Präsidenten Ouattara wollen Laurent Gbagbo mit einem Generalstreik aus dem Amt drängen. Gbagbo selbst sieht sich als Opfer.

Der selbsternannte Präsident Laurent Gbagbo (Foto: AP)

Zunehmend unter Druck: Der selbsternannte Präsident Gbagbo

Der Ausstand sollte am Montag (27.12.2010) beginnen: Die Menschen sollten so lange nicht zur Arbeit gehen, bis der selbsternannte Staatschef Laurent Gbagbo zurücktrete, hieß es in einer Erklärung der Partei des Wahlsiegers Alassane Ouattara. Die internationale Gemeinschaft hatte seinen Wahlsieg offiziell anerkannt, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einer "wichtigen Entscheidung". Anhänger Ouattaras zeigten sich kämpferisch. "Wir lassen uns unseren Sieg nicht stehlen", heißt es in dem Streikaufruf, der am Sonntag in Abidjan verbreitet wurde. Doch der Aufruf verhallte weitgehend ungehört: In der Metropole Abidjan ging das Leben wie gewohnt weiter, wie Reporter berichten. Lediglich im Landesinneren der Elfenbeinküste blieben demnach vereinzelt Banken und Geschäfte geschlossen.

Anhänger des selbsternannten Präsidenten Gbagbo demonstrieren in Abidjan (Foto: AP)

Unterstützung für Gbagbo: Der bisherige Präsident hat noch immer viele Anhänger

Der abgewählte Präsident selbst sieht sich dagegen als Opfer eines Komplotts der USA und Frankreichs. Der französischen Zeitung "Le Figaro" sagte er, beide Staaten wollten ihn mit Macht zum Rücktritt zwingen. Die Botschafter beider Staaten hätten erheblichen Einfluss auf den Wahlleiter genommen, um seinen Herausforderer Alassane Ouattara zum Wahlsieger erklären zu lassen.

Er nehme die Drohungen einer möglichen militärischen Intervention durch die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas durchaus ernst, bleibe aber gelassen. "Es wäre in Afrika das erste Mal, dass afrikanische Staaten zum Krieg gegen ein anderes Land bereit wären, nur weil eine Wahl schlecht verlaufen ist", sagte Gbagbo dem Blatt. Sein Sprecher Ahoua Don Mello warnte, dass ein militärisches Eingreifen zum Ausbruch eines Bürgerkriegs führen könnte.

Internationaler Druck auf Gbagbo

Der bisherige Präsident weigert sich, das Ergebnis der Wahl von vor vier Wochen anzuerkennen, aus denen sein Rivale Ouattara als Sieger hervorgegangen war. Gbagbo hatte sich erneut als Staatschef vereidigen lassen und hält an seinem Amt fest. Die EU, die USA und die Vereinten Nationen haben seitdem den Druck auf ihn massiv erhöht. Nach UN-Angaben sind bei Unruhen bereits mehr als 170 Menschen in der früheren französischen Kolonie ums Leben gekommen, etwa 14 000 Menschen flohen ins Nachbarland Liberia.

Autor: Frank Wörner (dpa, afp)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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