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Aktuell Amerika

Generalstreik legt Argentinien weitgehend lahm

Der argentinische Peso verliert rasant an Wert, während die Energiepreise steigen. Nun haben die Gewerkschaften die Nase voll und greifen zu ihrem stärksten Instrument, dem Generalstreik. Das Land steht so gut wie still.

Drei der fünf größten Gewerkschaften Argentiniens hatten zu dem eintägigen Ausstand aufgerufen. Damit wollen sie zum Auftakt der jährlichen Tarifrunde ihrer Forderung nach einem Einkommensausgleich Nachdruck verleihen. Die Gewerkschaften verlangen ein Gehaltsplus in Höhe der erwarteten Inflation von mehr als 30 Prozent. Ihre Protestaktion richtet sich auch gegen die grassierende Kriminalität.

Streikende Arbeiter und Arbeitslose blockierten die wichtigsten Zufahrten zur Hauptstadt Buenos Aires und Überlandstraßen im Süden des Landes. Auf einer Autobahn bei Buenos Aires wurden bei einem Zusammenstoß fünf Polizisten und ein Demonstrant verletzt, ein Gewerkschafter wurde festgenommen. Busse und Bahnen blieben in den Depots. In den staatlichen Krankenhäusern wurden Notdienste eingerichtet, in zahlreichen Schulen fiel der Unterricht aus. Tankstellen blieben geschlossen. Die Inlandsflüge wurden gestrichen. Dagegen startete und landete der internationale Flugverkehr in Buenos Aires größtenteils nach Plan.

Argentinien leidet seit Jahren unter einer enormen Teuerungsrate. Die Angaben darüber gehen auseinander. Nach Berechnungen privater Institute lag die Teuerungsrate 2013 bei knapp unter 30 Prozent. Dagegen gab die staatliche Statistikbehörde INDEC die Inflationsrate für das abgelaufene Jahr mit 10,8 Prozent an.

Kirchner bremst Lohnsteigerungen

Die Streikenden fordern, dass Gehaltserhöhungen frei verhandelt werden. Die Regierung der Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat bei den bislang abgeschlossenen Tarifverhandlungen versucht, die Gehaltsanpassungen unter 30 Prozent zu halten, um die Inflation zu drosseln. Zudem hat die Regierung eine starke Erhöhung der Gas- und Strompreise angekündigt, um die Kosten der Energie-Importe zu senken.

Innenminister Florencio Randazzo bezeichnete den Streik als "erpresserisch". Das Lahmlegen der Transportmittel verhindere die Beförderung derjenigen Arbeitnehmer, die sich nicht dem Streik anschließen wollten. Es ist erst das zweite Mal, dass die seit 2007 amtierende Staatspräsidentin Cristina Kirchner mit einem Generalstreik konfrontiert ist.

kle/qu (dpa, epd, afp)

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