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Ermittlungen nach Bombenanschlag

Generalbundesanwaltschaft: Keine Hinweise auf Komplizen bei BVB-Bus-Anschlag

Die Bundesanwaltschaft ist sich sicher: Die Polizei hat den mutmaßlichen Attentäter auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund gefasst. Anhaltspunkte für Mittäter gebe es bislang nicht.

Deutschland Rottenburg Festnahme nach Anschlag auf Borussia Dortmund (picture-alliance/Pressefoto Ulmer/Markus Ulmer)

Polizisten bei der Festnahme des Verdächtigen in Rottenburg

Der Beschuldigte wird am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt, sagte die Sprecherin des Generalbundesanwalts, Frauke Köhler, in ihrer knappen Erklärung zur Festnahme des mutmaßlichen Attentäters auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in der vergangenen Woche. Hinweise auf weitere Täter habe man bislang nicht gefunden, man behalte die Frage aber weiter im Blick.

Spezialkräfte der GSG 9 hatten am frühen Morgen im Raum Tübingen einen 28-Jährigen festgenommen. In der Wohnung seien Kommunikationsmittel sichergestellt worden. Herkunft und Art des verwendeten Sprengstoffs sei noch nicht ermittelt. Da bei der Explosion der drei Sprengsätze der gesamte Sprengstoff umgesetzt worden sei, seien die Untersuchungen "etwas komplexer und etwas aufwendiger", so Köhler. Die Kriminaltechniker müssten zum Beispiel Bodenproben untersuchen.

Der festgenommene Mann hat den Angaben zufolge die deutsche und die russische Staatsangehörigkeit. Die Bundesanwälte werfen ihm versuchten Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vor

Deutschland Explosionen an BVB-Bus (picture-alliance/dpa/M. Kusch)

Anschlagsziel BVB-Mannschaftsbus

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Wette auf Kursverluste

Der mutmaßliche Täter ist demnach kein Extremist, er soll im Zusammenhang mit dem Anschlag auf einen Kurssturz der BVB-Aktien gewettet haben. Der Verdächtige habe direkt vom BVB-Mannschaftshotel aus online ein Aktienpaket von 15.000 Optionsscheinen für 78.000 Euro gekauft. Finanziert habe er dies über einen am 3. April aufgenommenen Verbraucherkredit. Mitarbeiter der betreffenden Bank hätten der Polizei eine Verdachtsanzeige gegen den Mann wegen Geldwäsche übermittelt, weil ihnen der Kauf verdächtig erschien. Im Falle eines deutlichen Kursverlustes hätte der Mann einen Millionengewinn mit den Aktienoptionen machen können.

Innenminister Thomas de Maizière dankte allen beteiligten Polizisten und mahnte: "Jetzt geht es darum, Beweise zu sichern und mögliche Hintergründe aufzuklären."  Er wertete die Festnahme als "großen Erfolg" und verurteilte den Anschlag auf das Schärfste: "Dass sich jemand bereichern will, indem er Menschen umbringt, um den Aktienkurs zu manipulieren, ist eine widerwärtige Tat und erfüllt voll das Mordmerkmal." Auch Justizminister Heiko Maas forderte umfassende Aufklärung und äußerte sich zum vermuteten Motiv der Tat: "Sollte der Beschuldigte tatsächlich aus bloßer Geldgier versucht haben, mehrere Menschen zu töten, wäre das einfach grauenhaft."

Am 11. April waren vor der Champions-League-Begegnung von Borussia Dortmund gegen den AS Monaco drei Sprengsätze neben dem Mannschaftsbus der Fußballer explodiert. Der Spieler Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt. Verschiedene Bekennerschreiben wiesen zunächst auf Islamisten, Rechtsextreme und gewaltbereite Fußballfans hin. Sie wurden aber als nicht authentisch eingestuft.

fab/jj (dpa, rtr, Generalbundesanwaltschaft, phoenix)