General soll in Venezuelas Ölindustrie ″aufräumen″ | Aktuell Amerika | DW | 26.11.2017
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Venezuela

General soll in Venezuelas Ölindustrie "aufräumen"

Nach einer Serie von Korruptionsskandalen in Venezuelas Ölindustrie soll dort künftig ein anderer Wind wehen. Ein General werde ab sofort den Energiekonzern PDVSA führen, kündigte Staatspräsident Maduro an.

"Die Zeit ist reif für eine neue Ölrevolution", so Nicolas Maduro (Artikelbild) und er fügte hinzu: Generalmajor Manuel Quevedo habe den Auftrag, in dem Unternehmen "aufzuräumen". Quevedo, der  bislang als hochrangiger Offizier der Nationalgarde tätig war, übernimmt zudem das Amt des Öl- und Bergbauministers. Er selbst beschreibt sich in seinem Twitter-Profil als "Soldat des Volkes", als "Chavista", also als Anhänger des verstorbenen Staatschefs Hugo Chavez sowie zugleich als Unterstützer von Präsident Maduro.

Mehr Benzin an der Tankstelle

Dieser betonte, er habe den General mit einer ganzen Reihe von Aufgaben beauftragt. Quevedo solle die Produktion erhöhen, die Leistung von Raffinerien verbessern und dafür sorgen, dass Tankstellen wieder mehr Benzin vorrätig hätten. Vor allem aber solle Quevedo die Korruption bekämpfen.

Dieser Auftrag kommt nicht von ungefähr: Die venezolanischen Behörden ermitteln seit Monaten wegen Bestechungsvorwürfen bei PDVSA. Dutzende Verdächtige wurden bereits festgenommen. Zuletzt wurde der Chef der US-Tochter Citgo verhaftet, weil er gemeinsam mit weiteren Managern dubiose Finanzgeschäfte eingefädelt haben soll. Aus Oppositionskreisen hieß es, bei den Ermittlungen gehe es weniger um den Kampf gegen die Korruption als vielmehr um die Kontrolle über den Staatskonzern PDVSA.

Versorgungsengpässe überall

Rund 95 Prozent von Venezuelas Deviseneinnahmen stammen aus dem Ölexport. Wichtigster Abnehmer ist trotz der politischen Spannungen die US-Wirtschaft. Wegen jahrelangen Missmanagements und fehlender Investitionen in Förder- und Raffinerietechnik war die Produktion zuletzt allerdings stark zurückgegangen. Aufgrund des Devisenmangels fehlt es in Venezuela an Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs.

Unklar ist, wie General Manuel Quevedo in dieser Situation die Ölindustrie wieder nach vorne bringen will. Das gilt umso mehr deshalb, weil das lateinamerikanische Land nicht nur unter Versorgungsengpässen leidet. Das OPEC-Mitglied hat wegen US-Sanktionen auch einen nur eingeschränkten Zugang zu internationalen Banken.

haz/stu (rtr, dpa, ap)