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Wirtschaft

General Motors läutet neue Sparrunde ein

Mit dem Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen will der weltgrößte Autokonzern General Motors seine dramatische Talfahrt stoppen. Opel ist von dem neuen Sparprogramm nicht betroffen.

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GM hat Absatzprobleme im eigenen Land

Der US-Autobauer streicht in seinem verlustreichen Nordamerika-Geschäft mit 30.000 Stellen nahezu jeden sechsten Arbeitsplatz. Deshalb sollen in Nordamerika neun Werke bis 2008 geschlossen werden, kündigte Firmenchef Rick Wagoner am Montag (21.11.2005) in Detroit an. Er sprach von einer "schwierigen Periode" für sein Unternehmen.

Reaktion auf Milliardenverluste

Buick Bengal

Sogar der schnittige Buick Bengal verkauft sich in Nordamerika schlecht

Mit dem Stellenabbau zieht der US-Autobauer GM Konsequenzen aus dem verlustreichen Geschäft auf seinem Heimatmarkt. In den ersten drei Quartalen 2005 addierte sich der Verlust dort auf 4,8 Milliarden Dollar. Auslöser war ein sinkender Absatz als Folge der hohen Spritpreise, ein ruinöser Preiskrieg sowie hohe Pensionsverpflichtungen. Derzeit liegt die Auslastung der GM-Werke in Nordamerika bei nur 85 Prozent. Das Minus in Nordamerika brachte den gesamten Konzern auf ein Neun-Monats-Minus von 3,8 Milliarden Dollar.

Die Börse reagierte positiv auf die Ankündigungen und der Kurs der GM-Aktie stieg. Vergangene Woche war das Papier auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren gesackt.

Einsparungen von sieben Milliarden Dollar

Die Entlassungen tun ihm sehr leid, Rick Wagoner von General Motors

"Die Entlassungen tun ihm sehr Leid", sagt GM-Chef Rick Wagoner

Der Großteil des Stellenabbaus solle durch natürliche Fluktuation und Vorruhestand erfolgen, sagte GM-Chef Wagoner. Die Entscheidungen seien schwer zu fällen gewesen: "Sie haben Folgen für unsere Mitarbeiter und die Städte, in denen wir leben und arbeiten. Aber diese Schritte sind notwendig für GM, um die Kosten auf das Niveau unserer Wettbewerber zu bringen."

Mit der geplanten Schließung der Werke in Oklahoma City, Lansing, Michigan, Spring Hill, Tennessee, Doraville und Georgia sowie im kanadischen Ontario will GM bis Ende 2006 seine Kosten um sieben Milliarden Dollar verringern. Das ist eine Milliarde mehr als zunächst geplant.

Keine Folgen für Opel-Beschäftigte

Die neue Sparrunde ist ohne Auswirkungen auf die deutsche GM-Tochter Opel. Wie Opel-Sprecher Ulrich Weber in Rüsselsheim sagte, werde der im Frühjahr beschlossene "Zukunftsvertrag" wie geplant umgesetzt und nicht verschärft.

GM hatte seine europäischen Töchter Opel und Saab Ende 2004 zu massiven Einsparungen verpflichtet. Dabei standen zunächst auch die deutschen Standorte auf dem Prüfstand. Bei Opel verständigte sich GM dann mit Arbeitnehmervertretern auf eine Sicherung für die Werke Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern. Der so genannte "Zukunftsvertrag" sieht die Streichung und Auslagerung von 9500 Stellen bis 2007 vor. (ana)

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