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Wissen & Umwelt

Gene, die dem Herz schaden

Herz wird für Transplantation vorbereitet

Das Zentralorgan des Menschen: das Herz.

Unsere Gene beeinflussen nicht nur Augenfarbe oder Größe, sondern auch unsere Anfälligkeit für Krankheiten.

Zwölf Gene und ihre Varianten sollen das Risiko eines plötzlichen Herztodes oder von Herzrhythmusstörung erhöhen. Zu dieser Erkenntnis gelangten Wissenschaftlern des internationalen Forschungskonsortiums QTSCD (QT-Interval-and-Sudden-Cardiac-Death), unter ihnen auch Forscher des Münchener Helmholtz Zentrums.

Die Gene verändern, zusammen mit weiteren noch nicht entdeckten Faktoren, die elektrische Aktivität des Herzmuskels. Genauer gesagt beeinflussen sie das sogenannte QT-Intervall, eine Messgröße des Herzrhythmus. Es gibt an, wie lange das Herz braucht, um die Erregung an die Herzkammern weiterzuleiten und sie zurückzubilden. Ist das Intervall verlängert, macht es bis zu 5-mal anfälliger für Störungen der Herzfunktion.

Allerdings erhöhen die gefundenen Gene erst im Zusammenspiel mit anderen Risikofaktoren die Gefahr einer Herzrhythmusstörung. Dazu zählen verschiedene Medikamente oder Herzerkrankungen.

Anhand der Ergebnisse sollen nun neue Erkenntnisse für Krankheitsentstehung, Früherkennung und Therapie gesammelt werden. "Wir wollen an einer großen Zahl von Patienten weitere Daten über das jeweilige individuelle genetische Risiko für Herzrhythmusstörungen sammeln und auswerten", sagt Dr. Stefan Kääb vom Uniklinikum München, der ebenfalls maßgeblich an der Studie beteiligt war.

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind laut WHO seit Jahren sowohl weltweit als auch in Deutschland eine der häufigsten Todesursachen.

Autorin: Sabine Gogolok

Redaktion: Judith Hartl