″Gemeinsam. lernen. weltweit″ – Kongress Deutscher Auslandsschulen will globale Bildung stärken | Kultur | DW | 06.06.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Bildung

"Gemeinsam. lernen. weltweit" – Kongress Deutscher Auslandsschulen will globale Bildung stärken

Bildungsqualität und Digitalisierung stehen beim Weltkongress Deutsche Auslandsschulen in Berlin im Fokus. Bundesaußenminister Maas betont zur Eröffnung die Wichtigkeit der Auswärtigen Bildungspolitik.

Bei seiner Begrüßungsrede zur Eröffnungsfeier des Weltkongresses Deutscher Auslandsschulen sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Mittwoch: „Die Welt befindet sich heute in einem gewaltigen tektonischen Umbruch. Vermeintliche Selbstverständlichkeiten lösen sich immer mehr auf.“ Autoritäre Regierungsformen und Ideologien gewännen weltweit an Unterstützung. Gleichzeitig stehe Europa in der Außenpolitik vor ganz neuen Bewährungsproben. Es müsse notgedrungen zum Bewahrer der multilateralen Weltordnung, zum Kämpfer für eine regelbasierte Welt werden, so Maas.

Das beste Mittel gegen Fake News seien Fakten. Gegen Populismus helfe Bildung, gegen Nationalismus und Abschottung helfe es, Sprachen zu lernen und zu reisen. „Unsere Auswärtige Bildungspolitik ist heute wichtiger denn je“, erklärte der Bundesaußenminister. Zu den Schülern der Deutschen Auslandsschulen sagte er: „In dieser Welt braucht Deutschland Botschafterinnen und Botschafter wie euch.“

Außenminister Heiko Maas in Litauen (picture alliance/dpa/B. Pedersen)

Hielt die Begrüßungsrede: Bundesaußenminister Heiko Maas

Von Abu Dhabi bis Accra, von Alexandria bis Bogota – das Netz der 140 Deutschen Auslandsschulen überzieht so gut wie den ganzen Globus. Doch wie können diese Schulen noch weiter gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren, die hinter den Schulen stehen, weiter ausgebaut werden? Dieser Frage geht der Weltkongress Deutscher Auslandsschulen nach, der dieses Jahr vom 6.-9. Juni in Berlin stattfindet. 500 Vertreterinnen und Vertreter Deutscher Auslandsschulen aus der ganzen Welt wurden zu dem Kongress erwartet. Organisiert wird die Veranstaltung vom Auswärtigen Amt, dem Weltverband Deutscher Auslandsschulen und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA).

Bildungsqualität und Schulpatenschaften stehen auf dem Programm

Gruppenbild Weltkongress Deutscher Auslandsschulen in Berlin 2014 EINSCHRÄNKUNG (WDA, AA, ZfA - Dirk Enters)

In Berlin fand der Weltkongress der deutschen Auslandsschulen auch 2014 statt

In den vergangenen Jahren wurde der Kongress, der alle vier Jahre stattfindet, in Mexiko-Stadt, Kapstadt, Shanghai und Berlin organisiert. Nun findet er zum zweiten Mal in der deutschen Hauptstadt statt. Teilnehmer sind Repräsentanten der deutschen Wirtschaft sowie der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Die Schulvorstände der 140 Deutschen Auslandsschulen waren ebenfalls eingeladen. Detlef Ernst, Vorsitzender des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen, blickte bei der Eröffnungsveranstaltung zurück: „Hinter jeder Auslandsschule stand der Wille Berge zu versetzen."  Bezugspunkt sei dabei immer Deutschland mit seinen Bildungsidealen. Er appellierte, weiterhin Farbe zu bekennen und das Bekenntnis zur Förderung der deutschen Auslandsschulen weiterhin zu verfolgen.

Unter den Auslandsschulen gibt es 27 Deutsch-Profil-Schulen und über 1000 von der ZfA betreute Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom (DSD) anbieten. Erstmals sind in diesem Jahr auch Alumni verschiedener Auslandsschulen zu Gast.

In den folgenden Tagen werden in Podiumsdiskussionen, Workshops und Diskussionsforen Fragen diskutiert wie: Welchen Beitrag leisten die Auslandsschulen für das Inland? Wie kann die Bildungsqualität verbessert werden, etwa im Bereich Digitalisierung? Wie kann die globale Zusammenarbeit von schulischer Bildung, Hochschule und Wirtschaft gestärkt werden? Ein zentrales Thema ist der Ausbau des Netzwerks Deutscher Auslandsschulen mit internationalen Schulpatenschaften, der im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung festgelegt wurde und in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden soll.

PASCH organisiert Karrieremesse für Alumni

Steinmeier hält einen bunten Rahmen, durch den er und lachende Indonesierinnen schauen (picture-alliance/dpa/M. Gambarini)

Bundespräsident Steinmeier rief PASCH als Außenminister ins Leben - hier ist er zu Besuch in einer Partnerschule in Jakarta

Ein wichtiger Teilnehmer des Kongresses ist das internationale Lernnetzwerk "Schulen: Partner der Zukunft", kurz PASCH. Auf dem Kongress feiert das Netzwerk sein zehnjähriges Bestehen. Ins Leben gerufen wurde PASCH 2008 vom damaligen Bundesaußenminister Frank-Walter-Steinmeier während seiner ersten Amtszeit. Unter dem Motto "gemeinsam. lernen. weltweit" hat das Netzwerk das Ziel, junge Menschen für die deutsche Sprache, Gesellschaft und Kultur zu begeistern und ihnen dabei zu helfen, nachhaltige Bindungen zu Deutschland aufzubauen. PASCH eröffnet seinen Teilnehmern auch Bildungsperspektiven. Auf dem Kongress selbst organisiert das Netzwerk eine Karrieremesse für Alumni. 2000 Schulen und 600.000 Schülerinnen und Schüler sind heute Teil der internationalen Lerngemeinschaft. Unterstützt wird die Initiative von der ZfA, dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und dem Pädagogischen Austauschdienst des Sekretariats der Kultusministerkonferenz.

Fahrer schaut aus dem Fenster eines Kleintransporters (PASCH/Cordula Flegel)

Das PASCH-Mobil wird auch in Berlin unterwegs sein

Seit dem 9. Februar sind PASCH-Vertreter mit dem sogenannten PASCH-Mobil auf Tour, um sich und ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Bis zum Dezember 2018 wollen sie insgesamt 30 Stationen anfahren.

Vier Tage dauert das Spitzentreffen der Auslandsschulen. Das selbsterklärte Ziel der Organisatoren ist es, das Potential Deutscher Auslandsschulen im Ausland, aber auch im Inland sichtbar zu machen. Im Zeitalter von Migration, Digitalisierung und internationaler Wettbewerbsfähigkeit wollen sie die Bedeutung von Kultur und Kommunikation im internationalen Raum betonen und "neue und zukunftsweisende Impulse bei Vernetzung und internationalem Austausch setzen".

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links