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Deutschlehrer-Info

Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen

Mit steigender Zuwandererzahl wachsen auch Bedarf und Anforderungen an Deutschlehrende. Doch diese klagen schon seit Langem über schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Jetzt haben sie eine neue Initiative gegründet.

Gerade erst hat die Bundesregierung ein Integrationsgesetz beschlossen, das die Aufnahme und Integration von Zuwanderern verbessern soll. Ein wichtiger Bestandteil: Der Ausbau von Integrationskursen, dem „staatlichen Kernangebot zur nachhaltigen sprachlichen und gesellschaftlichen Integration“. So soll die Wertevermittlung in den Kursen von 60 auf 100 Stunden ausgebaut und die Wartezeiten für einen Kurs auf sechs Wochen verkürzt werden.

Doch so sehr die Politik auch öffentlich die Bedeutung von Deutschkursen und Sprachlernangeboten betont, an der schon seit Jahren oft prekären Situation von Lehrenden im Bereich Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache (DaF/DaZ) hat sich bisher nur wenig verändert. Die Lehrkräfte fordern schon seit Langem bessere Einkommens- und Arbeitsbedingungen. In Hannover hat sich nun eine bundesweite Initiative mit Vertretern aus 20 deutschen Städten gegründet, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Der größte Kritikpunkt des „Bündnisses DaF/DaZ-Lehrkräfte“: Die Lehrenden – zu 80 Prozent Frauen – sind in der Regel nicht festangestellt, sondern arbeiten freiberuflich. Das heißt, sie sind nicht sozialversichert und somit im Falle von Arbeitslosigkeit oder Krankheit auch nicht abgesichert. Die Kosten für die Altersvorsorge müssen sie selbst tragen, Urlaubsgeld bekommen DaF/DaZ-Lehrende meist nicht. Bei einem Stundensatz von derzeit 23 Euro verdienen die Dozenten so gerade mal 1000 bis 1400 Euro netto im Monat. Nicht verwunderlich, dass sich viele Lehrende nach anderen Jobmöglichkeiten umsehen.

Das Innenministerium hat jetzt zwar angekündigt, den Stundensatz auf 35 Euro erhöhen zu wollen, aber das ist für die Lehrkräfte nur ein erster Schritt. Ihr Ziel ist eine Festanstellung mit tariflicher Bezahlung, die der von Lehrern an staatlichen Berufsschulen entspricht, oder eine entsprechende Honorarerhöhung. Außerdem verlangen sie ein fachliches Mitspracherecht bei Kurskonzeption und Lehrinhalten, eine Begrenzung der Teilnehmerzahl in Integrationskursen sowie eine Wiederherstellung der Qualitätsstandards für die Zulassung von Lehrkräften. Diese sind nämlich zuletzt deutlich abgesenkt worden – um dem Mangel an DaF-Dozenten zu begegnen.

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