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Wirtschaft

Gemeinsam durch schwierige Zeiten

Deutschland ist Exportweltmeister. Das Exportvolumen betrug 2008 über eine Billion Euro. Auf Afrika entfielen davon zwei Prozent. Um das zu ändern, wurde in Berlin der erste Business Guide Germany-Africa vorgestellt.

Landschaft Afrika Savanne mit Schirmakazie landscape Ostafrika (Foto: OKAPIA AG)

Afrika hat nicht nur traumhafte Landschaft zu bieten

Wenn Makase Nyaphisi, der Botschafter des Königreichs Lesotho in der Bundesrepublik Deutschland, für Investitionen in Afrika wirbt, dann kommt er schnell auf den zentralen Punkt. Wir brauchen ausländische Investitionen, so sagt er, um zu wachsen und international wettbewerbsfähig zu werden. Nur so können wir unsere Probleme in den Griff bekommen: "Wenn private Unternehmen in Afrika investieren, dann können sie profitieren und helfen gleichzeitig, die Armut zu bekämpfen," so der Diplomat weiter. Wenn die Lücke zwischen den Wohlhabenden und den Armen noch größer werde, dann werde das in einer Katastrophe enden. Dann werde sich die Migration innerhalb von Afrika und nach Europa erhöhen und dort werde man nicht in der Lage sein, die Probleme mit der Infrastruktur und der sozialen Sicherheit in den Griff zu bekommen, ist Makase Nyaphisi überzeugt.

Verbesserte Rahmenbedingungen

Öl-Verladeanlage in Nigeria (Foto: dpa)

Das Öl hat Nigeria zum begehrten Partner gemacht

Auch Afrika leidet unter der Wirtschafts- und Finanzkrise, nachdem sich auf dem Kontinent zuvor vieles verbessert hatte. Fünf Jahre lang wuchs das Bruttoinlandsprodukt um jeweils mehr als fünf Prozent. Die Inflation erreichte einstellige Werte, die Verschuldung konnte zurückgeführt und die Währungsreserven gesteigert werden. Eine Entwicklung, die durch gestiegene Rohstoffpreise, eine höhere internationale Entwicklungshilfe und den Verzicht auf Schuldenzurückzahlung internationaler Geber beschleunigt wurde.

Doch die Krise ließ die Rohstoffnachfrage sinken, die Preise fielen und die Rücküberweisungen der Afrikaner, die außerhalb Afrikas arbeiten, verringerten sich um bis zu 15 Prozent. Die Krise, so sagt der Botschafter von Namibia in Deutschland, Neville Gertze, ändere aber nichts an den grundsätzlich großen Chancen für deutsche Investoren: "Afrika hat bewiesen, dass sich die Bedingungen für Investitionen so erheblich verbessert haben, dass der Einsatz von Unternehmen, von Bildungseinrichtungen und auch den Menschen in Afrika viel sinnvoller und konstruktiver geworden ist."

Infomieren vor investieren

Laboranten stehen in einem Krankenhaus der kenianischen Hauptstadt Nairobi neben Medikamenten (Foto: dpa)

Im Gesundheitswesen Afrikas steckt reichlich Investitionspotenzial

Doch welche Geschäfte können deutsche Unternehmen überhaupt in Afrika machen? Wo lohnt es sich, zu investieren, wo gibt es Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen, an wen kann man sich wenden? Fragen, die der Business Guide Germany Africa beantworten kann, der jetzt in erster Auflage erschienen ist. Auf 264 Seiten präsentiert sich das Buch als Wegweiser zum wachsenden afrikanischen Markt. Alle afrikanischen Staaten werden analysiert, die spezifischen Investitionsbedingungen und Wachstumspotenziale beschrieben. Es werden Firmen vorgestellt, Ansprechpartner genannt, sowie eine Fülle von Adressen und Informationen - nicht nur unter wirtschaftlichen, sondern auch unter rechtlichen, politischen und kulturellen Aspekten.

Carsten Kreklau vom Bundesverband der Deutschen Industrie findet das durchaus hilfreich, denn es sei wichtig, dort Rahmenbedingungen vorzufinden, die seiner Investition eine gewisse Sicherheit und Perspektive geben. Entscheidend seien auch zuverlässige Informationen, so Kreklau weiter: "Unternehmen gehen nicht aufs Geradewohl in diese Länder, sie wollen wissen, worauf sie sich einlassen."

Vom Staat unterstützt

Erdwärme-Projekt in Kenia (Foto: DEG)

Erdwärme-Projekt in Kenia, unterstützt von der KfW-Tochter DEG (Deutsche Entwicklungsgesellschaft)

Der Business-Guide kann ein erster Schritt auf diesem Weg sein. Er beschreibt ausführlich den derzeitigen Stand der deutsch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen und zeigt, dass es für das Engagement deutscher Unternehmen in Afrika auch staatliche Unterstützung gibt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit unterstützt das Engagement der Privatwirtschaft gezielt in entwicklungspolitisch wichtigen Sektoren mit bis zu 200.000 Euro pro Vorhaben.

Für die deutsche Industrie sind vor allem die Bereiche Rohstoffe, Energie und Gesundheit interessant. Im vergangenen Jahr wurde deutsche Fördertechnik im Wert von 150 Millionen Euro nach Afrika geliefert. Eine Energiepartnerschaft mit Nigeria wurde eingerichtet, bei der deutsche Technik zum Einsatz kommt. Deutsche Unternehmen sind im Gesundheitswesen aktiv, betreiben Krankenhäuser und bieten Medizintechnik an. Gerade auf diesem Gebiet gibt es reichlich Bedarf an Investitionen. Laut Weltbank müssen in den nächsten 10 Jahren allein in Afrika südlich der Sahara 25 bis 30 Milliarden US-Dollar in den Gesundheitssektor investiert werden.

Autorin: Sabine Kinkartz

Redaktion: Zhang Danhong

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