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Kultur

Gemäßigte Temperaturen in Afrika

Europa schwitzt, Afrika schmunzelt: Zwischen Tunis und Kapstadt amüsiert man sich momentan mächtig über europäisches Hitzeklagen.

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Am Nordseestrand ist es gerade noch auszuhalten

Von Nord bis Süd klopfen sich viele ansonsten selbst hitzegeplagte Afrikaner auf die Schenkel vor Lachen angesichts der europäischen Antworten auf die Sommerglut. Entsprechende Fernsehbilder entpuppen sich als Publikumsmagnet. "Für die Afrikaner ist es lustig zu sehen, wie wir Europäer mit der Hitze umgehen. Wo wir schwitzen, ist bekanntlich Afrika", meint Paul Mben mit Hintersinn in der Stimme. Der 25-jährige Journalist, der nach seinem Politikstudium in Mannheim nun im malischen Bamako arbeitet, steht in seiner Heimat mit dieser Meinung nicht allein.

Klimatisierte Hundehütte

In der Hauptstadt des westafrikanischen Wüstenstaates Mali vergessen die Kellner vor lauter Staunen schon mal ihre Kunden, wenn Bilder von Europas Rekordsommer über den Monitor flimmern. Größten Heiterkeitserfolg erzielte die klimatisierte Hundehütte eines Tüftlers aus Frankreich. Auch die Dusche aus dem Wasserschlauch für Berlins Zoo-Elefanten wirkt in Afrika, wo das kostbare Nass Mangelware ist, eher skurril. "Wenn das so weitergeht, können wir die Europäer demnächst mit unseren gemäßigten Temperaturen nach Afrika locken", grinst Vieux Diarra, während er am Steuer eines Minibusses Bamakos Pfützen ausweicht.

27 Grad Celsius in Mali

Die dunklen Regenwolken über der westafrikanischen Stadt haben die Temperaturen auf 27 Grad Celsius abgekühlt - weit von Europas Hitzerekorden entfernt. Während die Thermometer im europäischen Sommer mit der 40 Grad-Marke flirten, wird der Schwarze Kontinent in der Tat als Alternative für Sonnenhungrige auf der Suche nach gemäßigten Temperaturen. Südafrikas Tourismusindustrie reibt sich bereits die Hände, weil immer mehr Europäer Vorzüge des dortigen Winters entdecken.

Werbung für den afrikanischen Winter

Tagelanger Sonnenschein mit Temperaturen um die 25 Grad Celsius lassen auch Kälteeinbrüche am Abend vergessen. "Wir wollen versuchen, den südafrikanischen Winter als Urlaubsalternative zu vermarkten", hatte Cheryl Carolus von Südafrikas Tourismusbüro bereits vor Monaten die Marschrichtung vorgegeben. Europas Hitze gibt dem Konzept nun Auftrieb.

Zähne zeigen

Gar nicht zum lachen, diese Hitze: Löwin im Eberswalder Zoo

Ob in der historischen Goldgräberstadt Pilgrims Rest, der einmalig schönen Naturlandschaft ums Feuchtgebiet St. Lucia oder dem Krüger Nationalpark: Viele Hotels und Pensionen sind ausgebucht. Vor allem für Wildbeobachtungen ist der Winter auf der südlichen Erdhalbkugel angesichts des fehlenden Blattwerks optimal. "Man sieht mehr Tiere als sonst", fand die Berlinerin Melanie Poppe während ihres Urlaubs am Kap. Ihre Schilderungen über die heißen Temperaturen in ihrer Heimat lösten selbst bei hartgesottenen Südafrikanern Schaudern aus. "Bei solchen Temperaturen würde ich auswandern", meinte eine mitfühlende Postangestellte. (dpa)

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