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Welt

Geldstrafe wegen Rassismus bei Kreditvergabe

Die Bank of America muss nach Rassismus-Vorwürfen gegen ein Tochterunternehmen umgerechnet 257 Millionen Euro an Entschädigungen zahlen. Jahrelang waren lateinamerikanische und farbige Kunden benachteiligt worden.

Justizminister Eric Holder und andere Vertreter des Justizministeriums stehen um das Rednerpult bei der Pressekonferenz (Foto: AP)

Auf einer Pressekonferenz gab das US-Justizministerium die Einigung bekannt

Geldsegen für Tausende Kreditnehmer des Immobilienfinanzierers Countrywide. Sie erhalten eine Entschädigung, weil sie nachweislich unberechtigt höhere Zinsen für ihre Darlehen zahlen mussten. Rund 200.000 Kunden haben nach Überzeugung des US-Justizministeriums "ausschließlich wegen ihrer Rasse oder nationalen Abstammung und nicht wegen ihrer finanziellen Situation" schlechtere Kreditkonditionen erhalten.

Zweitklassige Hypotheken-Darlehen

Ein Mann an der Countrywide-Filiale (Foto: AP)

Die falsche Hautfarbe führte zu schlechteren Kredit-Konditionen

Die 335-Millionen-Dollar-Zahlung (rund 257 Millionen Euro) ist Teil eines Vergleichs, den die Bank of America mit dem Ministerium geschlossen hat, erklärte US-Justizminister Eric Holder am späten Mittwoch (21.12.2011, Ortszeit) in Washington. "Finanzfirmen sollten ihre Entscheidungen aufgrund der Kreditwürdigkeit ihrer Kunden treffen, nicht aufgrund von deren Hautfarbe", sagte Holder.

Die Countrywide-Berater sollen von 2004 bis 2008 bewusst die Konditionen für Afroamerikaner und Hispanics verschlechtert haben - obwohl die Kunden nachweislich über eine gute Kreditwürdigkeit verfügten. So sollen einige Kreditnehmer statt der günstigen "prime loans", also erstklassiger Hypotheken-Darlehen, nur die teureren zweitklassigen "subprime loans", bekommen haben. Kunden ohne Migrationshintergrund, aber mit einem ähnlichen Kreditprofil hätten die besseren Konditionen erhalten.

Hohe Verluste

Firmenschild Countrywide (Foto: pa/dpa)

Noch 2007 war Countrywide der größte Immobilienfinanzierer der USA

Den Angaben zufolge beinhaltet die gütliche Einigung die größte Entschädigungssumme, die das Justizministerium jemals wegen Diskriminierungsvorwürfen erzielt hat. Die Vereinbarung muss noch von einem Gericht bestätigt werden.

Die Bank of America hatte Countrywide 2008 im Zuge der ausbrechenden Finanzkrise gekauft, die ihren Anfang auf dem US-Immobilienmarkt nahm. Ein Sprecher erklärte, das Geldhaus habe alle Praktiken bei der Tochter beendet, die nicht im Einklang mit den eigenen Grundsätzen standen. Nach der Übernahme stellte sich zudem heraus, dass der Immobilienfinanzierer massenhaft hochriskante Kreditverträge abgeschlossen hat. Das führte zu Milliardenverlusten für die Bank of America, die heute der Sorgenfall unter den US-Banken ist.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Thomas Grimmer

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