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Aktuell Welt

Geld soll Artensterben stoppen

Wie kann der Erhalt der biologischen Vielfalt finanziert werden? Vertreter aus aller Welt suchen bei einer UN-Konferenz im indischen Hyderabad nach Antworten. Die Zeit drängt.

Auf der 11. UN-Artenschutzkonferenz im indischen Hyderabad geht es vor allem ums Geld: Um den fortschreitenden Verlust von Tier- und Pflanzenarten aufzuhalten, seien 500 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 nötig, heißt es. Doch woher das Geld kommen soll, ist noch vollkommen unklar. Fraglich ist, ob die mehr als 2000 Delegierten in Hyderabad in den zwölf Konferenztagen eine Lösung finden werden. Ein beim letzten großen Artenschutzgipfel vor zwei Jahren im japanischen Nagoya erstellter Masterplan wurde seinerzeit als "historisch" bejubelt - passiert ist seitdem kaum etwas.

Nach Angaben des UN-Umweltprogramms (UNEP) war es um die Artenvielfalt noch nie so schlecht bestellt wie heute. Das Millenniumsziel, das Artensterben bis 2010 nachhaltig aufzuhalten, wurde klar verfehlt.

Der große Nagoya-Plan...

...müsse nun endlich zu großem Handeln führen, forderte die Weltnaturschutzunion (IUCN), das weltweit größte Netzwerk staatlicher und nicht-staatlicher Umweltorganisationen. Nach jüngster IUCN-Zählung sind 41 Prozent der Amphibien vom Aussterben bedroht sowie 33 Prozent der Korallen, 25 Prozent der Säugetiere, 13 Prozent der Vögel und 30 Prozent der Pflanzenarten. "Wir brauchen effektive Maßnahmen auf nationaler Ebene. Aber wir sehen schon jetzt, dass sich manche Länder langsamer bewegen als andere, und manche bewegen sich überhaupt nicht", sagte Jane Smart von der IUCN.

Grün-Schildkröte über Korallenriff (Foto: dpa)

Auch in Gefahr: Meeresschildkröte und Korallen

Die Delegierten diskutieren bis zum 19. Oktober auch über den Schutz der Meere. Mindestens zehn Prozent der Ozeane sollen nach dem Nagoya-Beschluss als Meeresschutzgebiete ausgewiesen werden, doch bis heute sind es nach Angaben der Naturschutzorganisation lediglich 1,6 Prozent. "Die sieben Weltmeere sind den Interessen von Fischerei, Rohstoffförderung und Tourismus noch immer weitgehend schutzlos ausgeliefert", kritisiert der WWF. Auch in Europa, im Mittelmeer etwa, gebe es Regionen mit besonderer ökologischer Bedeutung ohne jeden Schutz.

wa/rb (dpa, afp)