Gekommen um zu lernen | THEMEN | DW | 22.06.2015
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

THEMEN

Gekommen um zu lernen

Neue Technologien retten die Welt - Neue Technologien bringen den Untergang. Irgendwo dazwischen liegt wohl die Wahrheit - viel Diskussionsstoff für das Global Media Forum in Bonn.

Am Smartphone rumspielen während man mit Freunden ein Bier trinkt? Digitale Technologien verändern unsere Beziehungen und stellen so manche Freundschaft auf die Probe. Aber nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich sorgt die Technik für neue Herausforderungen. "Die steigende Bedeutung digitaler Medien für die grenzüberschreitende Kommunikation kann kaum zu hoch bewertet werden", sagte Marc Jan Eumann, Staatsekretär für Medien in Nordrhein Westfalen. Beim Global Media Forum (GMF) in Bonn hob er die Möglichkeiten hervor, die Neue Medien bieten: "Sie können Gegengewicht sein zu staatlicher Propaganda und Zensur."

GMF 2015 Eröffnung Maria Böhmer

Digital oder nicht - Qualität ist entscheidend, sagt Maria Böhmer.

Das Verhältnis von Medien und Außenpolitik im digitalen Zeitalter steht in diesem Jahr auf der Agenda des Global Media Forums der DW. Maria Böhmer, im Auswärtigen Amt als Staatsministerin für Kultur zuständig, verwies auch auf die Gefahren der grenzenlosen Kommunikation. "Welchen Rahmen braucht ein Internet, in dem jeder alles publizieren kann, in dem die Hintergründe eines Berichts nicht vollständig verifiziert werden können?" Darauf müsse man überzeugende Antworten finden, damit Journalismus glaubwürdig sei und Vertrauen schaffe bei Lesern und Zuhörern. "Grundvoraussetzung für den Erfolg jeden neuen Angebots ist Qualität", so Böhmer. "Nur wer das Vertrauen seiner Nutzer hat, kann im digitalen Zeitalter überleben."

Lernen, Aufklären, Werben

Freiheit, Qualität, Vertrauen - nur drei Stichwörter, die auch im Atrium und auf den Fluren des World Conference Center in Bonn immer wieder fielen. Nicht nur in den rund 40 Workshops wird intensiv diskutiert, auch in den Sitzungspausen befassen sich die rund 2000 Teilnehmer des achten Global Media Forums mit der Zukunft der Medien. Für Faustine Peter Nyanda von der "International Campaign for Africa" steht dabei das Netzwerken an erster Stelle. Er freue sich darauf, auf dem GMF "einfach verschiedene Menschen aus unterschiedlichsten Ländern zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Die digitale Revolution ist schließlich ein globales Phänomen", so der junge Tansanier.

GMF 2015 Eröffnung Faustine Peter Nyanda

Faustine Peter Nyanda, einer von rund 2000 Konferenzteilnehmern.

"Wir sind hier, um zu lernen", sagt Mohamed Ibrahim, Gründer der Burma Times, einem Online-Portal, das insbesondere über die Verfolgung der Rohingya-Minderheit in Myanmar berichtet. "Digitale Medien sind für uns ein wichtiges Instrument zur Aufklärung. Unsere Regierung behindert dies jedoch. Wir müssen von außerhalb Myanmars arbeiten, sonst wäre das viel zu gefährlich." Außerdem biete die Konferenz die Chance, das eigene Angebot zu bewerben. "Schließlich kennen viele Menschen die Burma Times noch nicht."

Mit App und Kaffee

"Presse- und Meinungsfreiheit stehen in vielen Ländern massiv unter Druck", hatte DW-Intendant Peter Limbourg in seiner Begrüßungsrede am Morgen gesagt. "Die Regierenden setzen die Daumenschrauben an, wo immer es geht, um unliebsame Information zu unterbinden." Auch deshalb weite die Deutsche Welle ihr Informationsangebot aus. Gemeinsam mit Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, gab Limbourg das Startsignal für ein neues TV-Programm der DW. In englischer Sprache bietet es stündlich Nachrichten, 24 Stunden am Tag.

GMF 2015 Eröffnung Peter Limbourg und Monika Grütters Sendestart

3,2,1... Symbolischer Start des neuen DW-Kanals durch Monika Grütters und Peter Limbourg.

Eine neue DW-App für iOS und Android ergänzt das digitale Angebot der DW. Sie bietet Nachrichten aus aller Welt und macht die Nutzer zum Teil des globalen Dialogs. Die Mittagspause am ersten Tag des GMF hatten zahlreiche Teilnehmer genutzt, um sich die neue Gratis-App der DW herunterzuladen. Kaffee in der einen, Smartphone oder Tablet in der anderen Hand, so ging es für viele zurück in die Workshops. Balance halten zu können, auch das ist ein Pluspunkt auf dem Weg in die Zukunft.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links