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Asien

Geiselnahme in Manila endet blutig

Neun Tote und mehrere Verletzte - das ist die traurige Bilanz des Geiseldramas in der philippinischen Hauptstadt. Auch der Geiselnehmer, der einen Touristenbus gekapert hatte, wurde getötet.

Sondereinheit stürmt Bus (Foto: AP)

Ende einer Geiselnahme: Eine Sondereinheit stürmt den Bus

Nachdem die Polizei den ganzen Tag über vergeblich mit dem Geiselnehmer, einem ehemaligen Polizisten, verhandelt hatte, stürmten schwer bewaffnete Beamte nach Anbruch der Dunkelheit den Bus. Wie der philippinische Staatspräsident Benigno Aquino in der Nacht zum Dienstag (24.08.2010) bestätigte, kamen bei dem Geiseldrama acht unschuldige Zivilisten ums Leben. Auch der 55 Jahre alte Täter wurde erschossen. "Einer unserer Scharfschützen hat es geschafft, ihm in den Kopf zu schießen", berichtete der Einsatzleiter.

Verhandlungen mit Kidnapper scheiterten

Nach Angaben des Reiseveranstalters "Hong Thai Travel Services" befanden sich zu Beginn des zwölfstündigen Geiseldramas am Montagvormittag 20 Touristen aus Hongkong und ein Reiseführer aus der chinesischen Sonderverwaltungszone in dem Bus. Bei den restlichen vier Geiseln handelte es sich um Philippiner. Während der Verhandlungen mit der Polizei ließ der Geiselnehmer über den Tag verteilt insgesamt neun Geiseln frei, darunter mehrere Kinder und zwei der Philippiner. Vor der Erstürmung hatte der Ex-Polizist dann allerdings mit der Ermordung seiner im Bus verbliebenen Geiseln gedroht und erklärt, zwei von ihnen habe er bereits erschossen.

Geisel blickt aus Busfenster (Foto: AP)

Zwölf Stunden mussten die Geiseln im Bus ausharren. Acht von ihnen starben.

Eine Überlebende erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Die Polizei habe zu spät eingegriffen, sagte die von den Ereignissen geschockte Frau vor Reportern. "Es ist zu spät, warum ist so viele Stunden lang niemand gekommen, um uns zu helfen", fügte sie hinzu. Ihr Mann sei getötet worden, als er versucht habe, andere Insassen des Busses vor dem Geiselnehmer zu schützen. Auch der Verwaltungschef von Hongkong, Donald Tsang, äußerte Kritik am Vorgehen der philippinischen Polizei. Das blutige Ende des Geiseldramas bezeichnete er als "zutiefst bedauerlich".

Täter wollte zurück in den Polizeidienst

Nach offizieller Darstellung war der Geiselnehmer vor zwei Jahren wegen schweren Fehlverhaltens aus dem Polizeidienst entlassen worden. Ihm wurde damals unter anderem Erpressung und Nötigung vorgeworfen. Mit der Geiselnahme wollte der 55-Jährige offenbar seine Wiedereinstellung erzwingen.

Autor: Christian Walz (afp, apn, dpa, rtr)
Redaktion: Siegfried Scheithauer

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