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Deutschland

Geiselnahme in der Türkei unblutig beendet

Das Geiseldrama um die deutschen Bergsteiger in der Osttürkei ist am Sonntag glücklich zu Ende gegangen. Die drei Bayern sind in sicherer Obhut der deutschen und türkischen Behörden.

Am Berg Ararat fand die Geiselnahme statt

Am Berg Ararat fand die Geiselnahme statt

Die von der militanten kurdischen Arbeiterpartei PKK entführten Männer aus Deutschland kamen am Sonntag (20.07.2008) nach zwölf Tagen wieder frei. Sie waren nach Angaben des türkischen Außenministeriums wohlauf. Nach diesen Angaben wurden die drei Bayern von den Geiselnehmern auf einem Hügel in der Nähe des Ararats auf freien Fuß gesetzt.

Der Gouverneur der Provinz Agri, Mehmet Cetin, berichtete, die Gendarmerie habe sie dort nach einer halben Stunde in ihre Obhut genommen. Wann die drei Männer nach Deutschland zurückkehren, war noch nicht bekannt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich hoch erfreut über die Freilassung. "Ich bin erstmal erleichtert", sagte sie. "Wir werden die Freigelassenen hoffentlich bald sehen und auch in Deutschland wiederhaben." Auf die Frage, ob Lösegeld oder ein politischer Preis gezahlt worden sei, sagte Merkel: "Sie wissen, dass wir alles tun, um die Geiseln frei zu bekommen." Der Krisenstab der Bundesregierung habe eine hervorragende Arbeit geleistet. Weitere Details wollte sie nicht nennen.

Nach zwölf Tagen befreit

Steinmeier (Quelle: AP)

"Wir freuen uns mit den Freigelassenen und den Angehörigen der Freigelassenen"

Fünf Kämpfer der PKK hatten die 33, 48 und 65 Jahre alten Männer am Abend des 8. Juli aus einem Camp am Berg Ararat auf 3200 Metern Höhe verschleppt. Die insgesamt 13 Männer und Frauen der Gruppe waren in der Nacht vor der Gipfelbesteigung des 5165 Meter hohen Berges überfallen worden. Während zehn Mitglieder der Gruppe mit dem Schrecken davon kamen und wenige Tage später unversehrt nach Bayern zurückkehren konnten, fehlte von den drei Verschleppten zunächst jede Spur. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes in Berlin bemühte sich seitdem um die Freilassung der Bergsteiger.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte in Berlin, die Freigelassenen befänden sich nun "in sicherer Obhut deutscher und türkischer Behörden". Steinmeier dankte den Sicherheitsbehörden vor Ort. Er habe seinen türkischen Kollegen Ali Babacan in einem Telefonat darum gebeten, diesen Dank an die Beteiligten weiterzuleiten.

PKK in Deutschland verboten

Die PKK hatte als Bedingung für eine Freilassung die Einstellung der türkischen Militäraktionen am Ararat sowie eine Änderung der deutschen Kurdenpolitik verlangt. Insbesondere kritisierten die Rebellen das Verbot des PKK-nahen Senders Roj-TV durch Berlin Mitte Juni. Die Bundesregierung lehnte dies jedoch strikt ab und forderte stets eine bedingungslose Freilassung der Geiseln.

Die in Deutschland verbotene, militante kurdische Arbeiterpartei PKK kämpft seit 1984 für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei, auch mit Anschlägen in Touristengebieten. Sie wird seit 2002 von der EU als Terror-Organisation eingestuft. In Deutschland leben rund 2,4 Millionen Türken, darunter rund 600.000 Kurden.

Der Berg Ararat liegt nahe der Grenze zum Iran und zu Armenien. Mit mehr als 5100 Metern ist er der höchste Berg der Türkei. Einer Überlieferung zufolge soll die Arche Noah auf dem Ararat gestrandet sein. (kas)

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