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Politik

Geisel Betancourt soll "dem Ende nah" sein

Die von Rebellen entführte ehemalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Betancourt ist offenbar schwer erkrankt. Zwei Staatspräsidenten haben sich in Bemühungen um ihre Freilassung eingeschaltet.

Mann hält Banner hoch, auf dem ein Frauengesicht zu sehen ist (Quelle: AP)

Betancourt auf einem Poster eines Anti-FARC-Demonstranten

Zwei Männer in dunklen Anzügen (Quelle: AP)

Der französische Präsident Sarkozy - hier mit seinem kolumbianischen Amtskollegen Uribe - will für Betancourts Freilassung nach Kolumbien reisen

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat die Rebellen in Kolumbien zur sofortigen Freilassung ihrer Geisel Ingrid Betancourt aufgefordert. Es gehe um Leben oder Tod, sagte Sarkozy am Donnerstag (28.2.2008) nach Berichten einer am Vortag freigelassenen Geiseln über eine schwere Erkrankung der Politikerin. Sarkozy sagte in Südafrika, er sei auch bereit, persönlich nach Kolumbien zu reisen, um an der Freilassung mitzuwirken. Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin hat auch die französische Staatsbürgerschaft.

Betancourts Tochter Mélanie Delloye sagte, sie sei äußerst besorgt über das Schicksal ihrer Mutter. Sie hoffe auf eine schnelle humanitäre Lösung, sagte sie dem Radiosender RTL. Eine freigelassene Geisel, Gloria Polanco, berichtete, Betancourt leide nach sechs Jahren Gefangenschaft unter akuter Gelbsucht und sei "dem Ende nahe". Der ebenfalls am Mittwochabend freigelassene kolumbianische Ex-Abgeordnete Luis Eladio Pérez berichtet, die 46-Jährige sei "körperlich sehr, sehr krank und seelisch erschöpft". Polanco und Pérez sind zwei der vier Geiseln, die am Mittwoch nach mehr als sechs Jahren freigelassen wurden.

Chávez vermittelt erfolgreich

Nahaufnahme Ingrid Betancourt (Quelle: AP, Archiv)

Ingrid Betancourt

Auch der zweiten Geiselfreilassung seit Beginn des Jahres gingen Verhandlungen des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez mit der Führung der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) voraus. Die vier von Tropen- und anderen Krankheiten gezeichneten Geiseln bedankten sich bei ihrer Ankunft in der venezolanischen Hauptstadt Caracas bei Chávez. Der Präsident forderte den Rebellenführer Manuel Marulanda auf, den Gesundheitszustand Betancourts zu berücksichtigen und sie schließlich freizulassen. Polanco bat Chávez, sich mit aller Kraft für die Freilassung Betancourts einzusetzen.

Neben Polanco wurden die früheren Senatoren Jorge Gechem und Luis Eladio Pérez sowie der Exabgeordnete Orlando Beltrán freigelassen. Pérez beschrieb die Behandlung Betancourts durch die Rebellen als gnadenlos.

Am 10. Januar hatte Chávez die Freilassung von zwei weiteren Politikern, Clara Rojas und Consuelo Gonzalez, erreicht. Die FARC will mehr als 40 weitere Geiseln, darunter auch Betancourt, freilassen, macht dies aber von der Entlassung von Gesinnungsgenossen aus kolumbianischen Gefängnissen abhängig. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hat sich mit Chávez überworfen und ihm das Vermittlungsmandat entzogen. Trotzdem dankte Uribe seinem venezolanischen Kollegen am Donnerstag für seinen Einsatz. Insgesamt sollen die FARC-Rebellen mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt haben, entweder um Lösegeld zu erpressen oder aus politischen Gründen. (rri)

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