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Sprachbar

Gehen

Mal geht man seinen Weg, mal eher auf dem Zahnfleisch. Dann heißt es: Dagegen angehen, aber umgehend! Ansonsten geht man nämlich unter oder sogar drauf. Und dann geht bekanntlich gar nichts mehr.

Eine gern gestellte Frage lautet: "Wie geht's?" Um Antwort wird gebeten, ehrlich muss sie aber nicht sein. Nächste Frage: "Was geht ab?" Eine Mure im Gebirge geht ab, der Sohn geht von der Schule ab, oder "Da geht voll die Lucy ab!" – es geht rund! Aber schön der Reihe nach.

Alles wird gut

Erst mal in sich gehen und abwarten, was dann vor sich geht. Das ist besser als "sich gehen lassen". Furchtbar, bei so vielen Geh-Sätzen kann einem schon die Lust vergehen. Da heißt es, gegen die Unlust anzugehen. Wir versuchen es mit einem Aphorismus: "Lass dich nicht gehen, geh selbst!"

Auch diese Sprachbar wird ihren Weg gehen. Na ja, "Weg gehen" – das klingt sehr nach "Lebenslauf" oder "Laufbahn einschlagen". Sagen wir es einfach so: Die Sprachbar wird weitergehen und zum Thema "Gehen" einen Zugang finden. Davon können Sie ausgehen: Es wird gut ausgehen.

Lieber an die Luft als in die Luft

Alles geht seinen gewohnten Gang, also alles geht wie von selbst. Man muss nur – so könnte man auch sagen – "den Dingen ihren freien Lauf lassen". Kleine Einschränkung: Wird der freie Lauf zu einem entfesselten, dann spricht man auch von einem Amoklauf; und das ist keine gute Lösung, kein guter Weg.

Nichts soll gesagt werden gegen das "Mal-Kurz-aus-sich-raus-Gehen". Das konkrete "mal kurz rausgehen" bezeichnet man übrigens als Luftschnappen. Wer an die Luft geht, will möglicherweise verhindern, dass er in die Luft geht wie gefährliches Dynamit, also wütend wird und aus der Haut fährt – selbstverständlich ohne irgendwohin zu fahren. Ihm gehen die Pferde durch, nachdem er sich zuvor – wer weiß – gedanklich verrannt hat, vergaloppiert hat. Dynamit hat Dynamik, aber eine zerstörerische. Manchmal kommt man langsam besser voran, in kleinen Schritten. Manchmal aber muss es schnell gehen.

Umgehend, bitte!

"Aufgepasst!", heißt es dann, und mit hüpfendem Herz (das aber im Brustkorb bleibt) wird noch geschwind auf den fahrenden Zug aufgesprungen – der nicht immer der richtige ist. Fehler begehen leider nicht nur die anderen. Dann geht man womöglich "auf dem Zahnfleisch", es geht einem schlecht.

Bankrott gehen – das kann jedem passieren. Wie aber soll man damit umgehen? Hilfe muss her! Umgehend! Das meint "sofort" und hat nichts zu tun mit der Umgehungsstraße, die Probleme ja eher um fährt, sie aber nicht umfährt … Genug davon!

Am Ende ist egal, ob drauf- oder unter-

Wenn schon ein kleines Thema ausufert und aus dem Ruder läuft, wie sieht es dann mit echten Problemen aus? Unsere Erde werde untergehen, fürchten viele. "Nun, die Sonne geht jeden Tag unter, also was soll’s", könnte man scherzhaft sagen. Nur, wenn uns nicht bald ein Licht aufgeht und man den Ursachen für die Misere nicht bald nachgeht, besser noch auf den Grund geht, wird man zu spät erkennen, was vorgeht, und dann geht unsere Erde wirklich vor die Hunde. Das ginge zu weit.

Schön wäre: Alles geht wie geschmiert. Schlecht wäre: Nix geht. Normal ist: Es geht zu wie in einem Taubenschlag, also sehr ungeordnet. Am Ende steht das Leichenbegängnis, der im Christentum so genannte "Heimgang". Jeder, ob Müßiggänger oder Draufgänger, muss mal draufgehen, am Ende ist das "gehüpft wie gesprungen", also egal.

Es geht – aber wie?

Bis dahin geht noch viel Wasser den Berg hinunter. Und immer wird das Wort "gehen" fallen, in hunderten von Wendungen. Das Gen hat man entschlüsselt, aber das Gehen? Wie funktioniert es, wie geht es?

Da gibt es ein neues Produkt: Es geht gut. Das heißt, es verkauft sich gut. Dort geht es einem Menschen gut: Das heißt, er fühlt sich gut. Und dann geht ein Theaterstück bis 11 Uhr: Das heißt, es dauert bis elf Uhr. Und manchmal passen in einen Krug zwei Liter Wein: Das heißt, zwei Liter gehen hinein – aber auch wieder heraus …


Miteinander – auseinander

Und wenn zwei "miteinander gehen", dann sind das verliebte junge Menschen, die dann auch noch sehr wenig gehen, sondern meistens sitzen und knutschen … Das ist der Lauf der Welt.

Leider gehört dazu auch der der Soldatensprache entnommene "Laufpass", der das Beziehungsende markiert. Möglicherweise hat der eine den anderen mit einem dritten hintergangen. Ein solches "Fremdgehen" ist ein Vorgang, bei dem sehr viel entzwei gehen kann, womöglich alles komplett flötengeht oder – schlimmer noch – zugrunde geht.

Nichts geht mehr!

Das war’s. Ich möchte niemandem weiter auf die Nerven gehen, das würde mir gegen den Strich gehen. Dann würde ich Unsinnsfragen stellen wie: "Was hat mehr Gänge – ein Fahrrad oder ein Menü?" Lieber nicht. Womöglich würde ich als Autor "gegangen werden", aufhören müssen. Da gehe ich lieber selbst. Ich muss ohnehin ausschreiten, nein, ausgehen, nein, auslaufen? … Nein: Austreten! Und das, das geht nur mich etwas an.

Fragen zum Text

Was ist das Gegenteil von sich gehen lassen?

1. sich zusammentun

2. sich zusammenreißen

3. sich zusammensetzen

Die Sonne geht …

1. auf und unter.

2. nach und vor.

3. gut und schlecht.

Wer kann einander fremdgehen?
1. ein Fremdenführer und ein Tourist
2. ein Ehemann und eine Ehefrau
3. ein Zuwanderer und ein Ausländerbeauftragter


Arbeitsauftrag
Sammeln Sie einige Begriffe und Phrasen mit "gehen" – Sie müssen sich dabei nicht unbedingt auf die im Text genannten beschränken. Verfassen Sie anschließend einen Reim von etwa vier Zeilen und tragen Sie ihn Ihrer Klasse vor.

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