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Kunst

Geheimnisvolle Mona Lisa

Es ist eines der berühmtesten Gemälde der Welt - und eines, um das sich viele Geheimnisse ranken: Leonardo da Vincis "Mona Lisa". Ihr Lächeln fasziniert die Menschen bereits seit 500 Jahren.

Millionen von Besuchern lockt sie jährlich in den Pariser Louvre. Mit der "Mona Lisa" hinterließ Leonardo da Vinci mehr als nur das Gemälde einer Frau: Ihr Blick scheint entrückt - da Vinci malte ihr sogar extra einen Silberblick - und folgt doch immer dem Betrachter. Dabei hat sie weder Wimpern noch Augenbrauen. Ihre Kleidung ist schlicht und dunkel, als sei sie in Trauer. Doch warum lächelt sie dann?

Auch um ihre Herkunft zerbrechen sich Kunsthistoriker die Köpfe. Die bekannteste und gängigste Theorie geht auf den Biografen Giorgio Vasari zurück. Demnach porträtierte da Vinci Lisa di Noldo Gherardini, die Frau des florentinischen Seidenhändlers Francesco del Giocondo. Er soll das Werk 1503 bei ihm Auftrag gegeben haben. Doch da Vinci händigte das fertigte Porträt niemals aus. Was ungewöhnlich ist für eine Zeit, in der Künstler nicht aus freien Stücken, sondern meistens für Dienstherren arbeiteten.

Frau eines Seidenhändlers oder geheime Geliebte?

Zudem existiert in den Aufzeichnungen des Chronisten Antonio de Beatis eine Notiz aus dem Jahre 1517, in der Leonardo da Vinci angibt, das Gemälde im Auftrag seines Mäzen Giuliano de' Medici gemalt zu haben. Beatis soll anwesend gewesen sein, als der Künstler am 10. Oktober 1517 in seinem Atelier in Amboise Besuch von einem Freund de' Medicis erhalten habe, dem adeligen Kardinal Luigi d'Aragona. Beatis' Aufzeichnungen zufolge soll da Vinci dem Kardinal drei Gemälde gezeigt haben: Das Bildnis Johannes' des Täufers, das der Heiligen Anna und ein Gemälde, "einer gewissen florentinischen Dame, die er auf Wunsch von Giuliano de' Medici nach der Natur malte".

Leonardo da Vinci Johannes (picture-alliance/akg-images/A. Held)

Johannes der Täufer nach Leonardo da Vinci

 Da Vinci habe demzufolge das imaginäre Porträt von Pacifica Brandani, der Geliebten von Giuliano de' Medici, mit der dieser einen unehelichen Sohn hatte, angefertigt. Da Pacifica Brandani bei der Geburt des Kindes starb, sollte das Porträt das Kind trösten.

Da Vinci hing an der Mona Lisa

Beide Thesen finden unter Kunsthistorikern Zuspruch. Doch kann bislang niemand mit Sicherheit sagen, wer die Mona Lisa wirklich war. Fakt ist, dass das Gemälde da Vinci offenbar so viel bedeutete, dass er es nie verkaufte und 1516 mit nach Frankreich nahm. Erst kurz vor seinem Tod im Jahre 1519 verkaufte ein Schüler das Werk dem französischen Königshaus, von wo aus es später in den Louvre kam.

Auch der Tag der ersten öffentlichen Präsentation der "Joconde", wie die Mona Lisa in Frankreich genannt wird, ist unklar. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt den 10. Oktober 1517 als besagten Tag an, also vor genau 500 Jahren. 

Sehen Sie in unserem Video, auf welche - zum Teil originelle - Art die Mona Lisa von Künstlern neu interpretiert wurde.

Video ansehen 01:08

Die vielen Gesichter der Mona Lisa

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