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Afrika

Geheimnis der schnellen Kenianer gelüftet!

Die Langstreckenläufer aus Kenia ließen sich bei der WM in Berlin täglich Milch aus ihrer Heimat einfliegen. Sie sollte die Leistung maßgeblich steigern. Doch ist die Milch kenianischer Kühe das Geheimnis des Erfolgs?

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Laufen um die Goldmedaille

Kenianer laufen schneller als der Rest der Welt. Was wir alle längst ahnten, ist nun wissenschaftlich bewiesen. Grund dafür sind jedoch nicht die langen, schlanken Beine. Und auch nicht die Milch kenianischer Kühe, die die Langstreckenläufer auf der Leichtathletik WM täglich trinken. Es ist allein die gesamte Körpermuskulatur der Athleten, die sie außergewöhnliche sportliche Leistungen erbringen lässt. Denn diese soll optimal an Laufbelastungen angepasst sein. Das haben Forscher der Universität Bayreuth bei Studien mit kenianischen Langstreckenläufern herausgefunden.

Leichtathletik - WM - Herren Hindernislauf 3000m (Foto:AP)

Kein Gramm Fett, Muskeln exakt dort, wo man sie zum Laufen braucht. Nur trainieren müssen Kenianer, wie Ezekiel Kemboi, genauso hart wie alle anderen Spitzenläufer

Danach besitzen Kenianer kein unnötiges Muskelfleisch und verbrauchen daher auch nicht viel Sauerstoff für Muskelgruppen, die nicht am Laufen beteiligt sind. "Es ist ein ökonomisch optimales Laufen", sagt Projektleiterin Nicole Prommer. Sechs Wochen lang verglichen sie und ihr Team zehn kenianische Läufer mit deutschen Spitzenläufern. Trainingsgebiet für alle Testläufer war Oberfranken. "Die Laufökonomie der Kenianer war entschieden besser", schildert Prommer die Ergebnisse. "Ab einer Geschwindigkeit von 18 Stundenkilometern benötigten sie deutlich weniger Sauerstoff als die Deutschen." Die deutschen Läufer seien zwar auch drahtig und hager, trotzdem wesentlich muskulöser als die Kenianer. Die hingegen schleppten kein Gramm zu viel mit sich herum, das mit Sauerstoff versorgt werden müsste.

Ob sich diese Ergebnisse auch auf andere afrikanische Nationalitäten übertragen lässt, beispielsweise auf Läufer aus Äthiopien oder Eritrea, wollen die Bayreuther Forscher in anschließenden Studien untersuchen.

ht/we/Uni Bayreuth/mp/dpa/AP