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Afrika

Geheimgespräche und Raketen

Suchen die Gegner in Libyen nach mehr als fünfmonatigen Kämpfen eine Lösung am Verhandlungstisch? Korrespondenten berichten nun von Geheimgesprächen. Aber auch von einem ersten Abfeuern einer Scud-Rakete ist die Rede.

Rebellenfahrzeug in Sawija (Foto: dapd)

Rebellenpatrouille in Sawija

Auf der tunesischen Ferieninsel Djerba sollen sich in der Nacht zum Montag (15.08.11) nach tunesischen Angaben Vertreter von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi und der Rebellen zu den Geheimgesprächen getroffen haben. Am Montag kam dann auch der UN-Sondergesandte für Libyen, Abdul Ilah el Chatib, nach Tunis. Er sagte, er wolle zu den Verhandlungen dazustoßen. Ein UN-Sprecher relativierte diese Angaben später und erklärte, man wisse nichts von solchen Gesprächen. Und auch die Rebellen dementierten Verhandlungen oder Gespräche zwischen Gaddafi und dem Nationalen Übergangsrat.

Gaddafi ins Exil?

Dagegen berichten Agenturen, dass die Unterredungen auf Djerba unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einem Hotel geführt worden seien. Dies will die Nachrichtenagentur AFP aus Sicherheitskreisen in Tunis erfahren haben. Der tunesischen Nachrichtenagentur TAP zufolge nahmen daran drei libysche Minister teil. Begleitet wurden die Gespräche von Gerüchten, Gaddafi könne sich ins Exil zurückziehen.

Der libysche Machthaber Gaddafi (Foto: dapd)

Diktator unter Druck: Was macht Gaddafi nun?

Gaddafi hatte nach den jüngsten militärischen Erfolgen der Rebellen seine Anhänger im staatlichen Fernsehen zu einem verstärkten Kampf gegen die NATO aufgerufen. Die Aufständischen hatten in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben wichtige Küstenstädte erobert und damit den Druck auf die Hauptstadt erhöht. Der Großteil der Stadt Sawija 40 Kilometer westlich von Tripolis sowie die Städte Gharjan und Sorman südlich und westlich der Hauptstadt sind nach Angaben der Aufständischen in ihrer Hand.

USA auf Seiten der Rebellen

Die USA begrüßten das Vordringen der Rebellen in Richtung Tripolis. "Wir sind sehr erfreut über die Fortschritte der Rebellen", sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Später gab sie bekannt, dass die USA einen Vertreter der Opposition offiziell als Botschafter in Washington anerkannt haben.

Die libyschen Regierungstruppen haben derweil offenbar erstmals seit Beginn der internationalen Luftangriffe eine Scud-Rakete abgefeuert. Dies berichtete das US-Verteidigungsministerium. Die Kurzstreckenwaffe habe aber ihr Ziel verfehlt und sei in der Wüste gelandet. Die Rakete sei von Sirte aus abgefeuert worden, der Hochburg des libyschen Machthabers. Sie habe wohl die Stadt Brega zum Ziel gehabt, die teilweise in der Hand der Rebellen ist.

Autor: Marko Langer (mit rtr, afp, dpa)
Redaktion: Walter Lausch

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