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Katar-Krise

Gegner Katars nicht zum Einlenken bereit

In der Katar-Krise haben vier arabische Staaten dem Emirat Forderungen zur Beendigung ihrer Blockade gestellt. Sollte Katar die Forderungen nicht ernst nehmen, sei die "Scheidung endgültig", so die klare Botschaft.

Die Führung Katars wurde aufgefordert, umgehend die Unterstützung von Terroristen einzustellen und "bestimmten Personen" nicht mehr Zuflucht zu gewähren, sagte Anwar Gargasch, Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nach einem Bericht des Senders Al-Arabija. Zu den 13 Bedingungen gehöre auch die Auslieferung von Terroristen. Weitere Bedingungen zur Beendigung der Blockade seien die Schließung des Senders Al-Jazeera, die Einschränkung der Beziehungen zum Iran und die Auflösung der türkischen Militärbasis in Katar, sagte ein Vertreter einer der vier Staaten der Nachrichtenagentur Reuters.

Katar, ein "trojanisches Pferd"?

Andernfalls sei die "Scheidung endgültig", warnte Gargasch im Internet-Kurzmitteilungsdienst Twitter. "Der Bruder (Katar) muss begreifen, dass die Lösung der Krise nicht in Teheran, Beirut, Ankara, westlichen Hauptstädten oder den Medien liegt, sondern darin, das Vertrauen seiner Nachbarn zurückzugewinnen", schrieb der emiratische Außenminister weiter. Es sei nicht hinnehmbar, dass Katar weiter als "trojanisches Pferd" unter seinen Nachbarn agiere und als Plattform und Geldgeber "einer extremistischen Agenda" diene. Gargasch warf Katar zudem vor, die Liste mit den Bedingungen an die Medien weitergereicht zu haben, um damit Kuwaits Vermittlungsbemühungen zum Scheitern zu bringen.

 

Anwar Gargash Außenminster VAE (picture-alliance/AP Photo/K. Jebreili)

Anwar Gargasch, Außenminster der Vereinigten Arabischen Emirate

Bei den Staaten, die den Forderungskatalog erstellten, handelt es sich um Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten. Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera hatte unter Berufung auf Insider berichtet, die Forderungen seien an Katar übergeben worden. Das Land habe nun zehn Tage Zeit, um sie zu erfüllen.

Machtkampf in der Region

Saudi-Arabien und eine Reihe weiterer arabischer Staaten werfen Katar vor, Extremisten zu unterstützen. Mit dieser Begründung hatten sie am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Seit dem halten sie die Grenzen zu dem Golfstaat geschlossen, auch der Luftverkehr wurde gestoppt. Die Blockade-Staaten werfen Katar außerdem eine zu große Nähe zum Iran vor. Der schiitische Iran und das sunnitische Königshaus von Saudi-Arabien konkurrieren um die Vorherrschaft in der Region.

Die Bundesregierung drängt die Konfliktparteien derweil zur Aufnahme von Gesprächen. "Wir haben ein Interesse daran, dass der Konflikt eingehegt wird", heißt es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Falls die Staaten im Katar-Konflikt zumindest einen "dünnen Gesprächsfaden" aufnehmen sollten, wäre dies eine "gute Nachricht". Außenminister Sigmar Gabriel hatte davor gewarnt, dass die Isolation Katars zu einem Krieg am Golf führen könnte.

bri/qu/rb (afp, ap, dpa, rtr)