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Aktuell Welt

Gegenangriff der irakischen Armee auf ISIS-Kämpfer

Im Irak haben die Regierungstruppen eine Offensive gegen die Kämpfer der Terrorgruppe ISIS gestartet und einige Orte zurückerobert. Doch die Islamisten schlagen zurück. Die USA erwägen Gespräche mit dem Iran.

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Volker Schwenk in Bagdad

Nach dem Vormarsch der Dschihadisten im Norden des Irak sind die Regierungstruppen zum Gegenangriff übergegangen. Die Armee eroberte nach eigenen Angaben zwei Städte nördlich von Bagdad zurück. Die Kämpfer der sunnitischen Extremistengruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien", (ISIS), ihrerseits griffen den Militärstützpunkt Tadschi in der Nähe von Bagdad an und brachten offenbar die Stadt Tal Afar im Nordwesten des Landes unter ihre Kontrolle. Die Lage sei desaströs, es habe heftige Gefechte gegeben, sagten Vertreter der örtlichen Behörden. Die meisten Familien seien in ihren Häusern gefangen, vielen Zivilisten drohe der Tod.

Vormarsch Richtung Bagdad

ISIS-Kämpfer hatten in den vergangenen Tagen zunächst die nordirakische Millionenstadt Mossul und dann die gesamte Provinz Ninive sowie Teile von drei weiteren Provinzen erobert. Sie rückten dabei immer weiter auf die Hauptstadt Bagdad vor, die irakischen Sicherheitskräfte setzten ihnen zunächst nur wenig Widerstand entgegen.

Jetzt erklärte ein Sprecher von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, die Armee habe im Kampf gegen die Dschihadisten "wieder die Initiative übernommen". Binnen 24 Stunden seien fast 280 Aufständische getötet worden. Irakische Medien berichteten, die Armee bereite, verstärkt durch Tausende Freiwillige, bereits die Rückeroberung von Mossul und der mittelirakischen Stadt Tikrit vor.

USA suchen Gespräch mit Iran

Unterdessen führt die krisenhafte Entwicklung im Irak zu neuen Konstellationen. Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf hochrangige Regierungsvertreter in Washington berichtete, dringen die USA auf direkte Gespräche mit dem langjährigen Erzfeind Iran über die Sicherheitslage in dessen Nachbarland. Eine Möglichkeit, das Thema anzusprechen, seien die internationalen Atomgespräche, die an diesem Montag in Wien fortgesetzt werden sollen, so die US-Zeitung weiter. Der Präsident des überwiegend von Schiiten bewohnten Iran, Hassan Rohani, hatte sich bereits offen gezeigt für eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die ISIS.

Die ISIS hat nach eigenen Angaben bei ihrem Vormarsch hunderte irakische Soldaten hingerichtet. Am Sonntag im Internet verbreitete Fotos zeigen zahlreiche Leichen. Die Echtheit der Bilder, die in der Provinz Saleheddin nördlich von Bagdad gemacht worden sein sollen, konnte bislang nicht überprüft werden.

Am Samstag hatten irakische Sicherheitskräfte bei der Rückeroberung der Stadt Ischaki nördlich von Bagdad die verkohlten Leichen von zwölf Polizisten entdeckt, die offenbar auch von ISIS-Kämpfern getötet worden waren.

wl/det (dpa, afp, rtre)

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