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Kultur

Gegen den Strom - EMMA wird 25

Umstritten, engagiert und unangepasst. So könnte man die berühmte deutsche Zeitschrift für Frauen beschreiben. In 25 Jahren hat EMMA Höhen und Tiefen erlebt. So Ihre Gründerin Alice Schwarzer gegenüber DW-WORLD.

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Gegen Idealisierung und Frauenklischees: Emma Titelseite 2002

Sie hat die deutsche Zeitschriftenszene aufgewühlt: EMMA. Und sie hat diese berühmteste deutsche Frauenzeitschrift gegründet und geprägt: Alice Schwarzer. Dank der Frauenrechtlerin ist das Kind der Frauenbewegung der 70er Jahre nun 25 Jahre alt geworden.

Hin zum unbequemen Leben

Weg von Klischees und hin zu allem was unbequem ist. Das ist es, was EMMA ausmacht. Und sich seit 25 Jahren auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt behaupten kann. Die "Großmutter" unter den trendigen Lifestyle-Blättern. In einem Vierteljahrhundert habe es zwar "reichlich Arbeit und Ärger - aber auch viel Spaß" gegeben, so Alice Schwarzer zu DW-WORLD. Aber die Arbeit mit EMMA sei immer aufregend und nie langweilig gewesen. Und sie hat auch jetzt nach langen etablierten Jahren nicht aufgehört, so die Gründerin. Highlights habe es so viele gegeben, dass es der Kämpferin für Frauenrechte schwer fällt einige aufzuzählen. Es geht ihr um grundsätzliches: "zwei unserer wichtigsten Fights ist zum einen der gegen Pornografie und Sexualgewalt - und zum anderen der gegen die islamischen Fundamentalisten, vor denen wir seit 22 Jahren warnen". Und auch die Jubiläumsausgabe widmet sich wieder diesen Themen: Mit einem Report über Brustkrebs und einer Schwerpunktreportage über Frauen in Zeiten des Krieges in fundamentalistischen Ländern.

Das bewegte Leben der Alice Schwarzer

Dünnebier, Anna; Paczensky, Gert von Das bewegte Leben der Alice Schwarzer Die Biographie 3-462-02735-2 Kiepenheuer & Witsch, 1998 272 Seiten € (D) 19.90 / sFr 38.80

Feindbild Pornografie

Aber auch andere "Highlights" brachte EMMA in die Schlagzeilen. 1987 startete das Frauenmagazin eine vielbeachtete Anti-Porno-Kampagne. Höhepunkt war die Veröffentlichung von 19 Aktphotos des Fotografen Helmut Newton 1993. EMMA beschriftete die Bilder als "sexistisch", "faschistisch" und "rassistisch". Und Newton war gar nicht "amused". Er zog über diesen nicht genehmigten Druck vor Gericht. EMMA alias Alice Schwarzer gewann allerdings teilweise den Prozess.

Schwarzer in den Bundestag?

Kolleg(inn)en beschreiben die Gründerin als engagiert, für ihre Sache stehend, witzig und charmant. Aber Alice Schwarzer weiss auch was sie will. Und ist daher nicht nur bei Kolleg(inn)en manchmal gefürchtet. Die Journalistin bekam für ihre Aktionen nicht nur Lob und Anerkennung, sondern Zeitungen diffamierten sie auch schon mal als "frustrierte Zicke". Andere wollen die engagierte Publizistin am liebsten als Politikerin sehen. Einer Umfrage des Allensbachs-Institutes zufolge würde jede(r) 5. Deutsche eine Partei von Alice Schwarzer wählen, jede(r) 25. Bundesbürger sogar zur Kanzlerin.

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