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Europa League

Gefrustete Kölner euphorisch nach London

Schafft der FC in der Europa League beim FC Arsenal die Wende? An Unterstützung durch die Fans wird es nicht mangeln. Ganz anders sieht das bei Hertha BSC aus. Und in Hoffenheim machen Trainer-Träume Sorgen.

Frust und Euphorie, Vorfreude und Desinteresse, Bayern-Träume und TSG-Realität - mit recht unterschiedlichen Gefühlslagen treten der 1. FC Köln, Hertha BSC und die TSG Hoffenheim am Donnerstag zu ihren ersten Gruppenspielen der Europa League an. So hatten die Kölner in der bisherigen Saison noch nichts zu lachen: Drei Ligaspiele, drei Pleiten, 1:7 Tore - zuletzt eine krachende Niederlage gegen Augsburg. Nur im Pokal gegen Sechstligist Leher TS gab es einen Erfolg - jetzt wartet in London mit dem FC Arsenal gleich der dickste Brocken der Gruppe H. "Wenn ich die Saison jetzt bewerten würde, würde ich sagen: 'Die Saison ist scheiße'", räumte auch FC-Sportchef Jörg Schmadtke ein: "Die Ergebnisse sind nicht stimmig für uns."

Die Anhänger des Tabellenletzten lassen sich die Europapokal-Stimmung jedoch nicht vermiesen. Zum Comeback auf europäischer Bühne nach 25 Jahren werden rund 10.000 Kölner Fans in der britischen Hauptstadt erwartet, viele von ihnen reisen an, obwohl sie gar kein Ticket haben. Das offizielle Kartenkontingent, das der FC Arsenal an den FC abtrat, lag nämlich nur bei 2900 Tickets.

Arsenal ohne Özil, Köln mit Modeste im Hinterkopf

Sportlich sind die Rollen einigermaßen klar verteilt, auch wenn Arsenals Saisonstart ebenfalls nicht unfallfrei verlief. Bei zwei ihrer vier Spiele gingen die "Gunners" als Verlierer vom Platz. Der Kader des Gastgebers ist dem Team der Kölner qualitativ deutlich überlegen. Allerdings nimmt Arsenal-Coach Arsene Wenger Wettbewerb und Gegner möglicherweise nicht recht ernst: So bestätigte Wenger auf der Pressekonferenz, dass er Mesut Özil und Aaron Ramsey schonen werde. "Sport1" spekulierte unter Berufung auf Vereinskreise, dass auch Alexandre Lacazette, Granit Xhaka, Danny Welbeck und Torwart Petr Cech eine Pause erhielten.

Mesut Özil (picture-alliance/Offside/M. Leech)

Eigentlich zieht Weltmeister Mesut Özil bei Arsenal im Mittelfeld die Fäden - gegen Köln bekommt er eine Pause

Eine Chance für die Kölner? Die lassen sich von den großen Namen ohnehin nicht einschüchtern. "Wir machen da kein Sightseeing", sagte Schmadtke zuletzt im TV-Sender "Sport1": "Wir fahren da hin, um zu gewinnen."

Dazu müsste allerdings eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den Auftritten in der Bundesliga her. Die Defensive leistete sich immer wieder folgenschwere individuelle Fehler. In der Offensive ließ die Mannschaft klare Torchancen liegen, und machte damit unfreiwillig das Fehlen von Anthony Modeste zum Thema. Das Spiel beim "übermächtigen" FC Arsenal bietet da wohl die beste Gelegenheit, Diskussionen über den 25-Tore-Mann der Vorsaison verstummen zu lassen.

Hertha-Fans ohne Europapokal-Lust

Anders als die Kölner mussten die Fans von Hertha BSC "nur" sieben Jahre lang auf einen Europapokal-Einsatz ihrer Mannschaft warten. Bei der Rückkehr gegen Athletic Bilbao will jetzt allerdings offenbar kaum jemand dabei sein. Gerade einmal 15.000 von 75.000 Karten waren bis Dienstag verkauft. "Das ist die bittere Wahrheit, das muss man akzeptieren, so sind die Berliner", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai der "Bild"-Zeitung. Dabei ist der Gegner eigentlich attraktiv - und deutlich namhafter als die weiteren Gegner in Gruppe J, Sorja Luhansk und Östersund FK.

Ablenkung durch Nagelsmann-Träume

1899 Hoffenheim - Bayern München 2:0 - Trainer Julian Nagelsmann (picture-alliance/J. Niering)

Denkt er an Bayern in der Nacht, ist Hoffenheim um den Schlaf gebracht - Julian Nagelsmann

Die allererste Europacup-Saison der Vereinsgeschichte erlebt Hoffenheim - allerdings ist das zentrale Thema bei der TSG kurz vor dem Heimspiel gegen Sporting Braga aus Portugal ein anderes: Die Aussagen Julian Nagelsmanns über eine mögliche Zukunft beim Rekordmeister Bayern München drängen die Partie gegen die Portugiesen in den Hintergrund. Auch wenn Nagelsmann von einem "Feiertag" sprach. In einem Interview mit "Eurosport" hatte der 1899-Coach, , der schon lange als Nachfolger von Carlo Ancelotti gehandelt wird, gesagt: "Der FC Bayern spielt in meinen Träumen schon eine etwas größere Rolle."

Zunächst aber gilt es, die richtige Taktik gegen Braga zu finden. Die Gäste aus dem Norden Portugals sind momentan Neunter der heimischen Tabelle. Sie haben zweimal gewonnen und dreimal verloren - mussten allerdings bereits gegen Benfica Lissabon und den FC Porto antreten. "Das Überstehen der Gruppe ist für Hoffenheim Pflicht. Da müssen wir durchkommen", forderte Nationalspieler Kerem Demirbay im "Kicker", der den Dorfklub angesichts der 3300 Einwohner als "größten Zwerg im Cup" bezeichnete. Die Gruppe der Hoffenheimer, Gruppe C, ist recht ausgeglichen. Basaksehir Istanbul und Ludogorets Rasgrad sind die weiteren Gegner. Alle nicht wirklich bekannt, alle ein wenig unangenehm, aber alle auch für die TSG schlagbar. Wichtig wäre ein Sieg gleich zum Auftakt.

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