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Aktuell Afrika

Gefechte in Somalia

Truppen der Afrikanischen Union haben in Somalia einen Großangriff auf die strategisch wichtige Hafenstadt Kismayo begonnen. Die Stadt stand bisher unter Kontrolle der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz.

Der Sturm auf Kismayo fand unter Führung der kenianischen Armee statt. Wie ein Militärsprecher mitteilte, wurde die etwa 500 Kilometer südlich von Mogadischu gelegene Hafenstadt zunächst mit Kampfjets bombardiert. Anschließend seien Soldaten von Land- und Seeseite in die Stadt vorgedrungen. In einigen Randbezirken werde noch gekämpft. Bisher habe es aber unter den Truppen der Afrikanischen Union keine Opfer gegeben. Unterstützt wurden die kenianischen Soldaten von Kämpfern der somalischen Ras-Kamboni-Miliz, die hinter Somalias international anerkannte Regierung steht.

Al-Schabaab kündigt Widerstand an

Die islamistische Terrorgruppe Al-Schabaab, die Kismayo bislang gehalten hatte, erklärte, die Stadt noch nicht aufgegeben zu haben. Ein Sprecher der Miliz sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Kämpfe hätten gerade erst begonnen. Über einen Radiosender der Islamisten wurden alle Bürger aufgerufen, die Waffen zu ergreifen und in den "Heiligen Krieg" zu ziehen.

Für Al-Schabaab wäre der Verlust der Hafenstadt eine große Niederlage, weil sie dort mit Waffen und Munition versorgt wurden. Außerdem waren die in der Stadt und im Hafen erhobenen Steuern eine wichtige Einnahmequelle der Miliz. Ob es bei den Kämpfen um Kismayo Tote unter der Zivilbevölkerung gab, ist nicht bekannt. Laut UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR waren seit Anfang September mehr als 12.000 Bewohner aus Angst vor Kämpfen aus der Stadt geflohen.

Islamisten kontrollieren weiter Süden Somalias

Die kenianische Armee war im vergangenen Jahr in Somalia einmarschiert, nachdem die Al-Schabaab-Miliz mehrere Anschläge auf kenianischem Gebiet verübt hatte. Später wurden die kenianischen Soldaten der Mission der Afrikanischen Union (AMISOM) unterstellt.

Die Islamisten kontrollieren nach wie vor weite Teile von Somalia Süden. Die ebenfalls radikal-islamische Gruppe „Hizbul Islam“ hatte sich am Dienstag von der Al-Schabaab losgesagt. Als Begründung gab ein Sprecher an, es gebe Unstimmigkeiten vor allem über den Einsatz ausländischer Kämpfer. Zudem sei die Al-Schabaab geschwächt.

jh/hp (rtr,dpa,epd)