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Aktuell Welt

Gefechte, Gefangene und Gemetzel in Syrien

Syrien an diesem Wochenende: Die Kämpfe in Aleppo gehen weiter. Bewaffnete entführten eine Gruppe iranischer Pilger in der Nähe von Damaskus. Und aus der Kleinstadt Dschdaidat Artus werden neue Massaker gemeldet.

Wieder wurden Tote in einem Massengrab entdeckt.

Berichte über neue Massaker in Syrien

Für das, was sich in der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo abspielt, gibt es keine unabhängigen Berichte. Viele Informationen stammen von der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die die Situation von London aus beobachtet. Nach deren Angaben gab es auch an diesem Sonntag in Aleppo wieder heftige Gefechte. Die Armee von Präsident Baschar al-Assad habe das Viertel Salaheddin beschossen, das die bewaffneten Rebellen eigenen Angaben zufolge zur Hälfte kontrollieren.

Ein Kämpfer der syrischen Rebellen

Erschöpft nach den Kämpfen in Aleppo

Außerdem sollen zwei Menschen bei den Kämpfen im Westen von Aleppo ums Leben gekommen sein. Landesweit starben seit dem Beginn der Gefechte um Aleppo nach Oppositionsangaben mehr als 200 Menschen. Wenn das wirtschaftlich bedeutende Aleppo in die Hand der Aufständischen fällt, könnte auch das Regime von Staatschef Assad in sich zusammenfallen.

Pilger oder Kämpfer aus dem Iran?

Auf dem Weg zum Flughafen von Damaskus sind 47 iranische Pilger entführt worden. Sie seien vom Ort Sajeda Seinab aus mit einem Bus gestartet, berichtete die iranische Nachrichtenagentur IRNA. Von Damaskus aus wollten sie nach Hause zurückkehren. Über die Motive und die Herkunft der bewaffneten Täter gibt es bislang keine Informationen. Spekuliert werden darf auch darüber, was die Pilgergruppe in Syrien zu tun hatte. Der arabische TV-Sender Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf Filmmaterial, das er von den rebellen bekommen habe, dass sich unter den Entführten auch Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden befänden.

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Immer mehr zivile Opfer in Syrien

Und unklar ist auch, was genau in der Kleinstadt Dschdaidat Artus geschah: Nach Berichten der "Süddeutschen Zeitung" und der ARD töteten dort regimetreue syrische Milizen mehr als 60 Menschen. Anwohner der südwestlich von Damaskus liegenden Stadt berichteten dies den deutschen Reportern. Insgesamt habe es drei verschiedene Massaker gegeben. Auch die Vertreter der syrischen Opposition in London haben Kenntnis von den Vorgängen. In einem Punkt stimmen die Berichte überein: die Täter seien regimetreue Milizen gewesen.

Syrien an diesem Wochenende: Viele offene Fragen. Keinerlei Beruhigung.

ml/sc (dapd, dpa, afp)

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